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Klugheit, Moral und die Ordnung der Güter: Die antike Ethik und ihre Strebenskonzeption

Klugheit, Moral und die Ordnung der Güter: Die antike Ethik und ihre Strebenskonzeption Klugheit, Moral und die Ordnung der Güter: Die antike Ethik und ihre Strebenskonzeption Christoph Horn, Universität Bonn Zu den schwer korrigierbaren Vorurteilen gegenüber der antiken Ethik gehört die Überzeugung, sie stütze sich nicht auf den Begriff des moralisch angemesse- nen, sondern auf den des prudentiell vorteilhaften Handelns. Die Philosophen des Altertums seien grundsätzlich (oder zumindest primär) daran interessiert gewesen, Formen, Inhalte und Bedingungen einer gelingenden Lebensführung herauszuarbeiten und den Akteur im Sinne dieser Überlegungen zu beeinflus- sen. Ernst Tugendhat beispielsweise formuliert in seinem Aufsatz Antike und moderne Ethik folgende markante Antithese: Die Fragestellung der antiken Ethik war: was ist es, was ich für mich selbst wahrhaft will; die der modernen: was ist es, was ich mit Bezug auf die anderen soll. Ähnlich schreibt Peter Stemmer in seiner unverändert lesenswerten Darstellung der Grundlinien von Platons Ethik: Während Platons Grundfrage ‚Wie soll man leben?‘ demnach eine Klugheitsfrage ist, ist Kants ethische Ausgangsfrage ‚Wie soll man handeln?‘ eine moralische Frage. Den beiden Kontrastierungen liegt eine auf den ersten Blick plausibel wir- kende Alternative zugrunde: Entweder setzt man in der Moralphilosophie (wie das Altertum dies tat) beim Akteur und seinem individuellen Wollen an und kommt so zu einer Klugheitsethik, welche der Moral allenfalls http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png History of Philosophy and Logical Analysis Brill

Klugheit, Moral und die Ordnung der Güter: Die antike Ethik und ihre Strebenskonzeption

History of Philosophy and Logical Analysis , Volume 6 (1): 21 – Apr 5, 2003

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Publisher
Brill
Copyright
Copyright © Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
2666-4283
eISSN
2666-4275
DOI
10.30965/26664275-00601005
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Abstract

Klugheit, Moral und die Ordnung der Güter: Die antike Ethik und ihre Strebenskonzeption Christoph Horn, Universität Bonn Zu den schwer korrigierbaren Vorurteilen gegenüber der antiken Ethik gehört die Überzeugung, sie stütze sich nicht auf den Begriff des moralisch angemesse- nen, sondern auf den des prudentiell vorteilhaften Handelns. Die Philosophen des Altertums seien grundsätzlich (oder zumindest primär) daran interessiert gewesen, Formen, Inhalte und Bedingungen einer gelingenden Lebensführung herauszuarbeiten und den Akteur im Sinne dieser Überlegungen zu beeinflus- sen. Ernst Tugendhat beispielsweise formuliert in seinem Aufsatz Antike und moderne Ethik folgende markante Antithese: Die Fragestellung der antiken Ethik war: was ist es, was ich für mich selbst wahrhaft will; die der modernen: was ist es, was ich mit Bezug auf die anderen soll. Ähnlich schreibt Peter Stemmer in seiner unverändert lesenswerten Darstellung der Grundlinien von Platons Ethik: Während Platons Grundfrage ‚Wie soll man leben?‘ demnach eine Klugheitsfrage ist, ist Kants ethische Ausgangsfrage ‚Wie soll man handeln?‘ eine moralische Frage. Den beiden Kontrastierungen liegt eine auf den ersten Blick plausibel wir- kende Alternative zugrunde: Entweder setzt man in der Moralphilosophie (wie das Altertum dies tat) beim Akteur und seinem individuellen Wollen an und kommt so zu einer Klugheitsethik, welche der Moral allenfalls

Journal

History of Philosophy and Logical AnalysisBrill

Published: Apr 5, 2003

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