Karl Löwith, Carl Schmitt, Jacob Taubes und das "Ende der Geschichte"

Karl Löwith, Carl Schmitt, Jacob Taubes und das "Ende der Geschichte" REINHARD MEHRING Karl Löwith, Carl Schmitt, Jacob Taubes und das "Ende der Geschichte" Die Situation der Geschichtsphilosophie nach 1945 scheint mit einem Buch bezeichnet und erledigt: mit Karl L6withs' "Weltgeschichte und Heilsgeschehen", 1949 erstmals in den USA unter dem Titel "Meaning in History" erschienen und 1953 von Hanno Kesting ins Deutsche iiber- setzt. Im Vorwort zur deutschen Ausgabe nennt Lowith seine Studie den ,,Versuch, eine Antwort zu finden auf die vor zehn Jahren gestellte Fra- ge : 'Bestimmt sich das Sein und der Sinn der Geschichte fberhaupt aus ihr selbst, und wenn nicht, woraus dann?'" Er prasentiert seine Studie damit als eine Antwort auf seine Problemanalyse "Von Hegel zu Nietzsche", und er prasentiert sie als Antwort an Heidegger: Auf Heideggers Bestim- mung der Geschichtlichkeit des Seins folgt die Frage nach dessen Sinn. Ist die Sinnfrage der Bestimmung der Geschichtlichkeit unabdingbar, so ist deren Beantwortung in der Geschichte der Reflexionen auf diese Sinnfrage geschichtlich gegeben. Was seit Voltaire Geschichtsphilosophie heil3t, hat dabei nach L6with ,,theologische Voraussetzungen". Lowith führt die Geschichte der Geschichts- philosophien, von Burckhardt ausgehend, auf ihre theologischen Voraus- setzungen bis auf Orosios und bis auf die "biblische Auslegung der Ge- schichte" zurfck. Burckhardt markiert den Absprung aus http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte Brill

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Publisher
Brill
Copyright
© 1996 Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0044-3441
eISSN
1570-0739
D.O.I.
10.1163/157007396X00309
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Abstract

REINHARD MEHRING Karl Löwith, Carl Schmitt, Jacob Taubes und das "Ende der Geschichte" Die Situation der Geschichtsphilosophie nach 1945 scheint mit einem Buch bezeichnet und erledigt: mit Karl L6withs' "Weltgeschichte und Heilsgeschehen", 1949 erstmals in den USA unter dem Titel "Meaning in History" erschienen und 1953 von Hanno Kesting ins Deutsche iiber- setzt. Im Vorwort zur deutschen Ausgabe nennt Lowith seine Studie den ,,Versuch, eine Antwort zu finden auf die vor zehn Jahren gestellte Fra- ge : 'Bestimmt sich das Sein und der Sinn der Geschichte fberhaupt aus ihr selbst, und wenn nicht, woraus dann?'" Er prasentiert seine Studie damit als eine Antwort auf seine Problemanalyse "Von Hegel zu Nietzsche", und er prasentiert sie als Antwort an Heidegger: Auf Heideggers Bestim- mung der Geschichtlichkeit des Seins folgt die Frage nach dessen Sinn. Ist die Sinnfrage der Bestimmung der Geschichtlichkeit unabdingbar, so ist deren Beantwortung in der Geschichte der Reflexionen auf diese Sinnfrage geschichtlich gegeben. Was seit Voltaire Geschichtsphilosophie heil3t, hat dabei nach L6with ,,theologische Voraussetzungen". Lowith führt die Geschichte der Geschichts- philosophien, von Burckhardt ausgehend, auf ihre theologischen Voraus- setzungen bis auf Orosios und bis auf die "biblische Auslegung der Ge- schichte" zurfck. Burckhardt markiert den Absprung aus

Journal

Zeitschrift für Religions- und GeistesgeschichteBrill

Published: Jan 1, 1996

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