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Kants Theorie des Erfahrungsurteils aus der Sicht moderner Sprachanalyse

Kants Theorie des Erfahrungsurteils aus der Sicht moderner Sprachanalyse Kants Theorie des Erfahrungsurteils aus der Sicht moderner Sprachanalyse Jürgen Villers, RWTH Aachen Die Kantische Transzendentalphilosophie, die eine konsequente Nachordnung der Sprache hinter das Bewußtsein und die Erkenntnis einschließt, läßt sich historisch rekonstruieren als Antwort auf die wissenschaftstheoretische Grund- lagenkrise des 18. Jahrhunderts – eine Krise, die ihren deutlichsten Ausdruck im offensichtlichen Scheitern beider Hauptrichtungen der damaligen zeitgenössi- schen Aufklärungsphilosophie gefunden hatte: War doch nicht nur der kon- tinentale Rationalismus mit dem Versuch gescheitert, sicheres Wissen aus Vernunftprinzipien rein deduktiv abzuleiten, was die Unmöglichkeit zeigte, gesicherte Erkenntnis völlig ohne Erfahrungsanteil zu gewährleisten (vgl. KrV B 326 f.). Genauso in Frage gestellt war auch der angelsächsische Empiris- mus mit seinem Versuch, objektive Erkenntnis rein induktiv aus der (äuße- ren) Erfahrung abzuleiten, durch den Humeschen Zweifel: Auch Erfahrungen alleine geben eben noch keine apodiktische Naturnotwendigkeit! (vgl. Prol. IV, S. 257 ff.) Durch diese grundlagentheoretische Krise geriet das ganze Projekt der Auf- klärung in Gefahr. Stützte dieses sich doch auf die – wie jetzt aber deutlich wurde, noch nicht hinreichend abgesicherte – Überzeugung, daß die Vernunft in der Lage sei, allein aus sich heraus objektive theoretische und praktische Erkenntnis zu gewährleisten – eben sicheres und nachprüfbares Wissen im Gegensatz zum bloßen Glauben http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png History of Philosophy and Logical Analysis Brill

Kants Theorie des Erfahrungsurteils aus der Sicht moderner Sprachanalyse

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Publisher
Brill
Copyright
Copyright © Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
2666-4283
eISSN
2666-4275
DOI
10.30965/26664275-00301011
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Abstract

Kants Theorie des Erfahrungsurteils aus der Sicht moderner Sprachanalyse Jürgen Villers, RWTH Aachen Die Kantische Transzendentalphilosophie, die eine konsequente Nachordnung der Sprache hinter das Bewußtsein und die Erkenntnis einschließt, läßt sich historisch rekonstruieren als Antwort auf die wissenschaftstheoretische Grund- lagenkrise des 18. Jahrhunderts – eine Krise, die ihren deutlichsten Ausdruck im offensichtlichen Scheitern beider Hauptrichtungen der damaligen zeitgenössi- schen Aufklärungsphilosophie gefunden hatte: War doch nicht nur der kon- tinentale Rationalismus mit dem Versuch gescheitert, sicheres Wissen aus Vernunftprinzipien rein deduktiv abzuleiten, was die Unmöglichkeit zeigte, gesicherte Erkenntnis völlig ohne Erfahrungsanteil zu gewährleisten (vgl. KrV B 326 f.). Genauso in Frage gestellt war auch der angelsächsische Empiris- mus mit seinem Versuch, objektive Erkenntnis rein induktiv aus der (äuße- ren) Erfahrung abzuleiten, durch den Humeschen Zweifel: Auch Erfahrungen alleine geben eben noch keine apodiktische Naturnotwendigkeit! (vgl. Prol. IV, S. 257 ff.) Durch diese grundlagentheoretische Krise geriet das ganze Projekt der Auf- klärung in Gefahr. Stützte dieses sich doch auf die – wie jetzt aber deutlich wurde, noch nicht hinreichend abgesicherte – Überzeugung, daß die Vernunft in der Lage sei, allein aus sich heraus objektive theoretische und praktische Erkenntnis zu gewährleisten – eben sicheres und nachprüfbares Wissen im Gegensatz zum bloßen Glauben

Journal

History of Philosophy and Logical AnalysisBrill

Published: Apr 5, 2000

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