Kätib Chelebi : The Balance of Truth. Translated by G. L. Lewis. London: George Allen and Unwin - New York: The Macmilan Company, 1957, 160 S. 13 s. 6d. (= Ethnical and Religious Classics of East and West, No. 19)

Kätib Chelebi : The Balance of Truth. Translated by G. L. Lewis. London: George Allen and Unwin... 170 other hand, impatient with the pace of economic and social reform, tend to advocate a wholesale adoption of western solutions to Iraqi problems (S. 304). - Even for the more secular minded religion becomes a source of credo in a broad sense to be employed against enemies of Iraq and the Arab world ... Loyalty to religion for most Iraqis requires not so much the observation of its practices as its defense against infidels and those who would attack the Islamic community" (S. 307, 3II). - Unter den Schriftstellern ragt der religiose Freigeist az-ZahAwl hervor, "the philosopher of the poets" (S. 287 f.; vgl. WI 17, 1935, i ff.). G. Jaschke LITERATUR Kätib Chelebi : The Balance of Truth. Translated by G. L. Lewis. London: George Allen and Unwin - New York: The Macmilan Company, 1957, 160 S. 13 s. 6d. (= Ethnical and Religious Classics of East and West, No. 19). Kdtib Tschelebi, der morgenlandischen Forschung vielleicht besser bekannt als HAd- dschi Chalifa (gest. 1657), geh6rt zu den Grossen nicht nur des osmanischen Geisteslebens, sondern der islamischen Welt uberhaupt. Unter den von einem vielseitigen und ausser- ordentlich regen Geiste zeugenden Werken aus der uneriiiiidlicheii Feder des Polyhistors ragt sein Werk Mízân al-l;taqq fi tc/!<?'?? al-a,haqq (Die Wage des Rechtes beziiglich dcr Auswahl des Richtigen) besonders hervor, denn es ist eine grosse Auseinandersetzung zwischen der Theorie des orthodoxen Islam und der Praxis, wie sie sich zwangslaufig vorab im osmanischen Reiche herausgebildet hat. Die Problematik ist klar: das theoretische orthodoxe Glaubenssystem wurde unter Voraussctzungen geschaffen, die mit der Aus- weitung des islamischen Raumes einerseits und dern Fortschreiten der Zeit und dem damit verbundenen Wechsel von Auffassungen, Lcbensstil und technischen Moglici keiten anderer- seits uberholt wurden. So entstanden iiber allc moglichen I)inge verschiedene Auffassungen, die im Zusammenhang niit den Spannungen zwischen Sufitum und Orthodoxie zu teilweise ernst zu nehmenden Zwistigkeiten fiihrten. Haddschi Chalifa war sich klar, dass die Zu- kunft weder den tiberstiirzten oder bedingungslos angenommenen Ncuerungen noch einem sturen Festhalten an Gestrigem, sondern einem massvollcn Fortschritte gehoren wiirde, bei dem jeder der streitenden Teile zuriickstecken musste. Nicht alle begriffen seine Ein- stellung und seine Vorselildge des "goldenen Mittelweges", und seine Freundschaft mit seinen einstigen Lehrer Qâdîzâde M.hmed Efendi ging iiber diesen Streitigkeiten in die Briiche. Seit sich die englische Orientalistik init Vorliebe tiirkischen Sujets zuzuwenden be- ginnt, hat auch HAddschi Chalifa's Werk die Anteilnahme der Fachvertreter erregt. Dieser Tatsache verdanken wir die hier angezeigte Ubersetzung. Zweifellos ist sie vcrdienstlich, doch mussen wir gestehen, dass der Nichtorientalist mit ihr nicht allzu viel wird anfangen k6nnen, da die gebotenen Erlduterungen dem Laien schwerlich genugen konnen. Die'.em aber soll doch das Buchlein wohl in erster Linie zugute kommen. Das ist ebenso bedalier- lich wie der Umstand, dass auch der Orientalist gar manche Schrifttumsangabe vermisst, die wenigstens im Vorwort des Ubersetzers hatte erwdhnt werden miissen. So bleiben also ausfuhrliche Erlauterungen ebenso ein Wunsch wie eine Behandlung der Voraus- setzungen, auf denen das Buch beruht, in einem gr6sseren Rahmen. Dass der Zwiespalt zwischen Orthodoxie und Sufitum sich nicht in diesen ausseren Dingen erschopft hat, ist wohl nicht zu leugnen. Der Eindruck des Buches muss also leider unbefriedigend bleiben. H. J. Kissling-Miinchen LITERATUR Julie Boehringer: Auf Karawanenstrassen Anatoliens. München: F. Bruckmann o. J. [1958]. 41 S. m. 48 Abb., Karte. 4°. Als Verfasserin des Gesamtbuches tritt Julic Boehringer auf, von der indes nur die aus- gezeichneten Farbbilder lierr6hreil, wahrend der Begleittext von Helga von Heintze http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Die Welt des Islams Brill

Kätib Chelebi : The Balance of Truth. Translated by G. L. Lewis. London: George Allen and Unwin - New York: The Macmilan Company, 1957, 160 S. 13 s. 6d. (= Ethnical and Religious Classics of East and West, No. 19)

Die Welt des Islams, Volume 6 (1): 170 – Jan 1, 1959
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© 1959 Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
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0043-2539
eISSN
1570-0607
D.O.I.
10.1163/157006059X00395
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Abstract

170 other hand, impatient with the pace of economic and social reform, tend to advocate a wholesale adoption of western solutions to Iraqi problems (S. 304). - Even for the more secular minded religion becomes a source of credo in a broad sense to be employed against enemies of Iraq and the Arab world ... Loyalty to religion for most Iraqis requires not so much the observation of its practices as its defense against infidels and those who would attack the Islamic community" (S. 307, 3II). - Unter den Schriftstellern ragt der religiose Freigeist az-ZahAwl hervor, "the philosopher of the poets" (S. 287 f.; vgl. WI 17, 1935, i ff.). G. Jaschke LITERATUR Kätib Chelebi : The Balance of Truth. Translated by G. L. Lewis. London: George Allen and Unwin - New York: The Macmilan Company, 1957, 160 S. 13 s. 6d. (= Ethnical and Religious Classics of East and West, No. 19). Kdtib Tschelebi, der morgenlandischen Forschung vielleicht besser bekannt als HAd- dschi Chalifa (gest. 1657), geh6rt zu den Grossen nicht nur des osmanischen Geisteslebens, sondern der islamischen Welt uberhaupt. Unter den von einem vielseitigen und ausser- ordentlich regen Geiste zeugenden Werken aus der uneriiiiidlicheii Feder des Polyhistors ragt sein Werk Mízân al-l;taqq fi tc/!<?'?? al-a,haqq (Die Wage des Rechtes beziiglich dcr Auswahl des Richtigen) besonders hervor, denn es ist eine grosse Auseinandersetzung zwischen der Theorie des orthodoxen Islam und der Praxis, wie sie sich zwangslaufig vorab im osmanischen Reiche herausgebildet hat. Die Problematik ist klar: das theoretische orthodoxe Glaubenssystem wurde unter Voraussctzungen geschaffen, die mit der Aus- weitung des islamischen Raumes einerseits und dern Fortschreiten der Zeit und dem damit verbundenen Wechsel von Auffassungen, Lcbensstil und technischen Moglici keiten anderer- seits uberholt wurden. So entstanden iiber allc moglichen I)inge verschiedene Auffassungen, die im Zusammenhang niit den Spannungen zwischen Sufitum und Orthodoxie zu teilweise ernst zu nehmenden Zwistigkeiten fiihrten. Haddschi Chalifa war sich klar, dass die Zu- kunft weder den tiberstiirzten oder bedingungslos angenommenen Ncuerungen noch einem sturen Festhalten an Gestrigem, sondern einem massvollcn Fortschritte gehoren wiirde, bei dem jeder der streitenden Teile zuriickstecken musste. Nicht alle begriffen seine Ein- stellung und seine Vorselildge des "goldenen Mittelweges", und seine Freundschaft mit seinen einstigen Lehrer Qâdîzâde M.hmed Efendi ging iiber diesen Streitigkeiten in die Briiche. Seit sich die englische Orientalistik init Vorliebe tiirkischen Sujets zuzuwenden be- ginnt, hat auch HAddschi Chalifa's Werk die Anteilnahme der Fachvertreter erregt. Dieser Tatsache verdanken wir die hier angezeigte Ubersetzung. Zweifellos ist sie vcrdienstlich, doch mussen wir gestehen, dass der Nichtorientalist mit ihr nicht allzu viel wird anfangen k6nnen, da die gebotenen Erlduterungen dem Laien schwerlich genugen konnen. Die'.em aber soll doch das Buchlein wohl in erster Linie zugute kommen. Das ist ebenso bedalier- lich wie der Umstand, dass auch der Orientalist gar manche Schrifttumsangabe vermisst, die wenigstens im Vorwort des Ubersetzers hatte erwdhnt werden miissen. So bleiben also ausfuhrliche Erlauterungen ebenso ein Wunsch wie eine Behandlung der Voraus- setzungen, auf denen das Buch beruht, in einem gr6sseren Rahmen. Dass der Zwiespalt zwischen Orthodoxie und Sufitum sich nicht in diesen ausseren Dingen erschopft hat, ist wohl nicht zu leugnen. Der Eindruck des Buches muss also leider unbefriedigend bleiben. H. J. Kissling-Miinchen LITERATUR Julie Boehringer: Auf Karawanenstrassen Anatoliens. München: F. Bruckmann o. J. [1958]. 41 S. m. 48 Abb., Karte. 4°. Als Verfasserin des Gesamtbuches tritt Julic Boehringer auf, von der indes nur die aus- gezeichneten Farbbilder lierr6hreil, wahrend der Begleittext von Helga von Heintze

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Die Welt des IslamsBrill

Published: Jan 1, 1959

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