Integrale Religionswissenschaft - Methode der Zukunft?

Integrale Religionswissenschaft - Methode der Zukunft? MISCELLANEA Integrale Religionswissenschaft - Methode der Zukunft? In der vorliegenden theologischen Dissertation von Georg Schmid wird auf originelle Weise der Versuch unternommen, die traditionellen Grenzen der Ver- gleichenden Religionswissensdiaft zu sprengen, um den Blick fiir ungewohnte Horizonte zu weiten. Die Untersuchung ist symptomatisch fiir bestimmte, in jungster Zeit verstarkt zur Geltung kommende Tendenzen innerhalb der protestantischen Theologie und Religionspadagogik. Es ist interessant zu beobachten, wie gerade in der modernen Religionspadagogik (von einigen Restaurationsversuchen abgesehen) zunehmend nach der Religionswissenschaft gefragt wird. Ober Jahre hinweg wurde die Reli- gionspadagogik in Sachen "Fremdreligionen" von der Systematischen Theologie im Stich gelassen; denn die Dogmatiken hatten seit der ,dialektisa'?en Winter- starre' die Differenz der Religionen so gut wie nie als theologisch-relevante Auf- gabe thematisiert. Erst unter der Voraussetzung einer demokratischen "Schule fiir alle" mit ihrem weltanschaulichen Pluralismus vollzog sich vielfach eine Neu- besinnung. Doch die so eindringlich beschworene Religionswissenschaft, die den wissenschaftlichen Bezugsrahmen f3r einen "objektiven" Religionsunterricht abge- ben sollte, lieferte allenthalben einen Religionsbegriff, der manchen Religions- padagogen der Avantgarde keineswegs ausreichte. Die Religionswissensdiaft wurde daher alsbald von ihrer Alibi-Funktion befreit und schwungvoll links iiberholt, indem man ihren Religio.nsbegriff als fiir moderne, gesellsdiaftsbezogene Fragestel- lungen untauglich erklarte und in der "klassischen" Religionswissenschaft nur http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte Brill

Integrale Religionswissenschaft - Methode der Zukunft?

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Publisher
Brill
Copyright
© 1974 Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0044-3441
eISSN
1570-0739
D.O.I.
10.1163/157007374X00808
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Abstract

MISCELLANEA Integrale Religionswissenschaft - Methode der Zukunft? In der vorliegenden theologischen Dissertation von Georg Schmid wird auf originelle Weise der Versuch unternommen, die traditionellen Grenzen der Ver- gleichenden Religionswissensdiaft zu sprengen, um den Blick fiir ungewohnte Horizonte zu weiten. Die Untersuchung ist symptomatisch fiir bestimmte, in jungster Zeit verstarkt zur Geltung kommende Tendenzen innerhalb der protestantischen Theologie und Religionspadagogik. Es ist interessant zu beobachten, wie gerade in der modernen Religionspadagogik (von einigen Restaurationsversuchen abgesehen) zunehmend nach der Religionswissenschaft gefragt wird. Ober Jahre hinweg wurde die Reli- gionspadagogik in Sachen "Fremdreligionen" von der Systematischen Theologie im Stich gelassen; denn die Dogmatiken hatten seit der ,dialektisa'?en Winter- starre' die Differenz der Religionen so gut wie nie als theologisch-relevante Auf- gabe thematisiert. Erst unter der Voraussetzung einer demokratischen "Schule fiir alle" mit ihrem weltanschaulichen Pluralismus vollzog sich vielfach eine Neu- besinnung. Doch die so eindringlich beschworene Religionswissenschaft, die den wissenschaftlichen Bezugsrahmen f3r einen "objektiven" Religionsunterricht abge- ben sollte, lieferte allenthalben einen Religionsbegriff, der manchen Religions- padagogen der Avantgarde keineswegs ausreichte. Die Religionswissensdiaft wurde daher alsbald von ihrer Alibi-Funktion befreit und schwungvoll links iiberholt, indem man ihren Religio.nsbegriff als fiir moderne, gesellsdiaftsbezogene Fragestel- lungen untauglich erklarte und in der "klassischen" Religionswissenschaft nur

Journal

Zeitschrift für Religions- und GeistesgeschichteBrill

Published: Jan 1, 1974

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