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Inklusion: eine Leitkategorie aus Sicht der Christlichen Sozialethik

Inklusion: eine Leitkategorie aus Sicht der Christlichen Sozialethik Inklusion: eine Leitkategorie aus Sicht der Christlichen Sozialethik MARKUS VOGT 1. Zur Definition von Inklusion und ihren ethischen Implikationen Gesellschaft als Wechselspiel von Inklusion und Exklusion Der Begriff Inklusion leitet sich vom lateinischen Verb inc/udere (beinhalten, ein­ schließen, einsperren, umzingeln) ab. Das ist zunächst ethisch neutral: Ob eine In­ klusion wünschenswert ist oder nicht, hängt vom Wert der Gruppe oder Ortsbestim­ mung, zu der etwas zugerechnet wird, ab. So möchte kaum jemand in ein Gefängnis eingeschlossen werden; in der Regel wollen jedoch alle der Bürgergemeinschaft des Landes, in dem sie leben, zugehören. Inklusion ist ein mengentheoretischer Begriff (vgl. zum Folgenden Menne 1976, S. 383f): Gottfried Wilhelm Leibniz bezeichnet Inklusion als Relation des Enthal­ tenseins (inesse) (vgl. Leibniz 1960f, Bd. VII, S. 236). Eine Klasse von Elementen ist dann in der anderen inkludiert, wenn alle ihre Elemente in dieser enthalten sind. Man kann dies - wie Aristoteles im Kontext seiner Analysen zur Logik dar­ legt - entweder räumlich verstehen (extensionale Inklusion) oder in Bezug auf be­ stimmte Merkmale (intensionale Inklusion). Je größer der Umfang einer Inklusion, desto geringer die Zahl oder Reichweite der inhaltlich bestimmbaren Merkmale, die für diese Menge als gemeinsam ausgesagt werden. Nach dieser sprachanalytischen Logik besteht ein http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Pädagogik Brill

Inklusion: eine Leitkategorie aus Sicht der Christlichen Sozialethik

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Publisher
Brill
Copyright
Copyright © Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0507-7230
eISSN
2589-0581
DOI
10.1163/25890581-092-01-90000004
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Abstract

Inklusion: eine Leitkategorie aus Sicht der Christlichen Sozialethik MARKUS VOGT 1. Zur Definition von Inklusion und ihren ethischen Implikationen Gesellschaft als Wechselspiel von Inklusion und Exklusion Der Begriff Inklusion leitet sich vom lateinischen Verb inc/udere (beinhalten, ein­ schließen, einsperren, umzingeln) ab. Das ist zunächst ethisch neutral: Ob eine In­ klusion wünschenswert ist oder nicht, hängt vom Wert der Gruppe oder Ortsbestim­ mung, zu der etwas zugerechnet wird, ab. So möchte kaum jemand in ein Gefängnis eingeschlossen werden; in der Regel wollen jedoch alle der Bürgergemeinschaft des Landes, in dem sie leben, zugehören. Inklusion ist ein mengentheoretischer Begriff (vgl. zum Folgenden Menne 1976, S. 383f): Gottfried Wilhelm Leibniz bezeichnet Inklusion als Relation des Enthal­ tenseins (inesse) (vgl. Leibniz 1960f, Bd. VII, S. 236). Eine Klasse von Elementen ist dann in der anderen inkludiert, wenn alle ihre Elemente in dieser enthalten sind. Man kann dies - wie Aristoteles im Kontext seiner Analysen zur Logik dar­ legt - entweder räumlich verstehen (extensionale Inklusion) oder in Bezug auf be­ stimmte Merkmale (intensionale Inklusion). Je größer der Umfang einer Inklusion, desto geringer die Zahl oder Reichweite der inhaltlich bestimmbaren Merkmale, die für diese Menge als gemeinsam ausgesagt werden. Nach dieser sprachanalytischen Logik besteht ein

Journal

Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche PädagogikBrill

Published: Nov 25, 2016

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