HOF UND VERWALTUNG IM 17. JAHRHUNDERT

HOF UND VERWALTUNG IM 17. JAHRHUNDERT Bernd Wunder HOF UND VERWALTUNG IM 17. JAHRHUNDERT Im 17. Jahrhundert wurde der Absolutismus zur herrschenden Staatsform im kontinentalen Europa. Ihm hatten die ökonomischen Rahmenbedingungen des 16./17. Jahrhunderts, insbesondere die einer expansiven Phase im 16. Jahrhundert folgende säkulare Depression des 17. Jahrhunderts, zum Durchbruch verholfen. I Dem Absolutismus wird die Schaffung des "modernen Staates" durch den Aufbau einer effektiven Zentralverwaltung und die Beteiligung des Bürgertums am Staat unter einer Art "Bürgerkönigen" wie Ludwig XIV. oder Friedrich Wilhelm I. nachgesagt. Beides ist falsch: Auch der Absolutismus war nur eine, wenn auch die zeitlich letzte, Phase adliger Herrschaft in Kontinentaleuropa und die Entstehung einer Beamtenschaft bedeutete keine Verbürgerlichung des Staates, wie eine nähere Betrachtung des Verhältnisses von Hof und Verwaltung zeigt Der Absolutismus brachte eine numerische Aufblähung sowohl des Hofstaates wie der Zentralverwaltung. 2 Seit der Publikation der Memoiren von Saint-Simon und den Forschungen von Nobert Elias 3 ist bekannt, daß die höfische Prachtenfaltung auch - und die Ausgestaltung der Etiquette wesentlich - den Zweck hatte, den Adel durch eine künstliche Differenzierung und Hierarchisierung der Oberschicht politisch in den Untertanenverband des 1. T. Aston (Hg.), Crisis in Europe 1560-1660, London 1965; G. Parker / L. M. Smith (Hg.), The General http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Daphnis Brill

HOF UND VERWALTUNG IM 17. JAHRHUNDERT

Daphnis, Volume 11 (1-2): 5 – Mar 30, 1982

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Publisher
Brill
Copyright
© Copyright 1982 by Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0300-693X
eISSN
1879-6583
D.O.I.
10.1163/18796583-90000143
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Abstract

Bernd Wunder HOF UND VERWALTUNG IM 17. JAHRHUNDERT Im 17. Jahrhundert wurde der Absolutismus zur herrschenden Staatsform im kontinentalen Europa. Ihm hatten die ökonomischen Rahmenbedingungen des 16./17. Jahrhunderts, insbesondere die einer expansiven Phase im 16. Jahrhundert folgende säkulare Depression des 17. Jahrhunderts, zum Durchbruch verholfen. I Dem Absolutismus wird die Schaffung des "modernen Staates" durch den Aufbau einer effektiven Zentralverwaltung und die Beteiligung des Bürgertums am Staat unter einer Art "Bürgerkönigen" wie Ludwig XIV. oder Friedrich Wilhelm I. nachgesagt. Beides ist falsch: Auch der Absolutismus war nur eine, wenn auch die zeitlich letzte, Phase adliger Herrschaft in Kontinentaleuropa und die Entstehung einer Beamtenschaft bedeutete keine Verbürgerlichung des Staates, wie eine nähere Betrachtung des Verhältnisses von Hof und Verwaltung zeigt Der Absolutismus brachte eine numerische Aufblähung sowohl des Hofstaates wie der Zentralverwaltung. 2 Seit der Publikation der Memoiren von Saint-Simon und den Forschungen von Nobert Elias 3 ist bekannt, daß die höfische Prachtenfaltung auch - und die Ausgestaltung der Etiquette wesentlich - den Zweck hatte, den Adel durch eine künstliche Differenzierung und Hierarchisierung der Oberschicht politisch in den Untertanenverband des 1. T. Aston (Hg.), Crisis in Europe 1560-1660, London 1965; G. Parker / L. M. Smith (Hg.), The General

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DaphnisBrill

Published: Mar 30, 1982

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