GRIMMELSHAUSENS 'LYRISCHE PERLE' UND DAS FORTWIRKEN MITTELALTERLICHEN MUSIKVERSTÄNDNISSES IM SIMPLICISSIMUS

GRIMMELSHAUSENS 'LYRISCHE PERLE' UND DAS FORTWIRKEN MITTELALTERLICHEN MUSIKVERSTÄNDNISSES IM... Michael Zywietz GRIMMELSHAUSENS 'LYRISCHE PERLE' UND DAS FORTWIRKEN MITTELALTERLICHEN MUSIKVERSTÄNDNISSES IM SIMPLICISSIMUS Eine gegenüber geistesgeschichtlichen Überlegungen aufgeschlossene Interpretation wird sich stets und in geradezu zentraler Weise mit Fragestellungen im Spannungsfeld von Tradition und Umbruch, von Kontinuität und Neubeginn zu beschäftigen haben. Erkenntnisse zum Standpunkt eines Künstlers im Beziehungsgefüge des politischen, sozialen und geistigen Lebens seiner Zeit setzen Einsichten voraus, die über den Horizont einer einzelnen Disziplin hinausragen. Im folgenden kann es demnach nicht darum gehen, eine im übrigen bereits vorliegende überblicksartige Darstellung musikalischer Motive oder Elemente in Grimmelshausens Simplicissimus zu bieten. 1 Vielmehr soll unter Nutzbarmachung von Ausführungen Friedrich Gaedes der Aussagegehalt einzelner, auf die Sphäre der Musik bezugnehmender Elemente untersucht werden. In der Ablösung der substantiellen durch die phänomenale Erkenntnis, die sich unter dem maßgeblichen Einfluß des von Descartes geprägten Wissenschaftsbegriffs vollzieht, erblickt Gaede eines der Hauptanliegen Grimmelshausens: "Die sich im 17. Jahrhundert durchsetzende cartesische Trennung wird als Erkenntniskrise ein in zahllosen Einzelsituationen und in der Gesamttendenz der Werke Grimmelshausens gestaltetes Hauptrnotiv . "2 Das unter den Vorzeichen des Fortschritts eingeführte analytisch-synthetische Verfahren unterwirft Grimmelshausen in der Schermessergeschichte Vgl. hierzu Klaus-Wolfgang Niemöller: Die Bedeutung der Musik für Grimmelshausen Simplicissimus. In: Daphnis 65 (1976), S. 567-594; Herben Riedel: http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Daphnis Brill

GRIMMELSHAUSENS 'LYRISCHE PERLE' UND DAS FORTWIRKEN MITTELALTERLICHEN MUSIKVERSTÄNDNISSES IM SIMPLICISSIMUS

Daphnis, Volume 25 (4): 681 – Mar 30, 1996

Loading next page...
 
/lp/brill/grimmelshausens-lyrische-perle-und-das-fortwirken-mittelalterlichen-UDYP8grn0y
Publisher
Brill
Copyright
© Copyright 1996 by Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0300-693X
eISSN
1879-6583
D.O.I.
10.1163/18796583-90000602
Publisher site
See Article on Publisher Site

Abstract

Michael Zywietz GRIMMELSHAUSENS 'LYRISCHE PERLE' UND DAS FORTWIRKEN MITTELALTERLICHEN MUSIKVERSTÄNDNISSES IM SIMPLICISSIMUS Eine gegenüber geistesgeschichtlichen Überlegungen aufgeschlossene Interpretation wird sich stets und in geradezu zentraler Weise mit Fragestellungen im Spannungsfeld von Tradition und Umbruch, von Kontinuität und Neubeginn zu beschäftigen haben. Erkenntnisse zum Standpunkt eines Künstlers im Beziehungsgefüge des politischen, sozialen und geistigen Lebens seiner Zeit setzen Einsichten voraus, die über den Horizont einer einzelnen Disziplin hinausragen. Im folgenden kann es demnach nicht darum gehen, eine im übrigen bereits vorliegende überblicksartige Darstellung musikalischer Motive oder Elemente in Grimmelshausens Simplicissimus zu bieten. 1 Vielmehr soll unter Nutzbarmachung von Ausführungen Friedrich Gaedes der Aussagegehalt einzelner, auf die Sphäre der Musik bezugnehmender Elemente untersucht werden. In der Ablösung der substantiellen durch die phänomenale Erkenntnis, die sich unter dem maßgeblichen Einfluß des von Descartes geprägten Wissenschaftsbegriffs vollzieht, erblickt Gaede eines der Hauptanliegen Grimmelshausens: "Die sich im 17. Jahrhundert durchsetzende cartesische Trennung wird als Erkenntniskrise ein in zahllosen Einzelsituationen und in der Gesamttendenz der Werke Grimmelshausens gestaltetes Hauptrnotiv . "2 Das unter den Vorzeichen des Fortschritts eingeführte analytisch-synthetische Verfahren unterwirft Grimmelshausen in der Schermessergeschichte Vgl. hierzu Klaus-Wolfgang Niemöller: Die Bedeutung der Musik für Grimmelshausen Simplicissimus. In: Daphnis 65 (1976), S. 567-594; Herben Riedel:

Journal

DaphnisBrill

Published: Mar 30, 1996

There are no references for this article.

You’re reading a free preview. Subscribe to read the entire article.


DeepDyve is your
personal research library

It’s your single place to instantly
discover and read the research
that matters to you.

Enjoy affordable access to
over 18 million articles from more than
15,000 peer-reviewed journals.

All for just $49/month

Explore the DeepDyve Library

Search

Query the DeepDyve database, plus search all of PubMed and Google Scholar seamlessly

Organize

Save any article or search result from DeepDyve, PubMed, and Google Scholar... all in one place.

Access

Get unlimited, online access to over 18 million full-text articles from more than 15,000 scientific journals.

Your journals are on DeepDyve

Read from thousands of the leading scholarly journals from SpringerNature, Elsevier, Wiley-Blackwell, Oxford University Press and more.

All the latest content is available, no embargo periods.

See the journals in your area

DeepDyve

Freelancer

DeepDyve

Pro

Price

FREE

$49/month
$360/year

Save searches from
Google Scholar,
PubMed

Create lists to
organize your research

Export lists, citations

Read DeepDyve articles

Abstract access only

Unlimited access to over
18 million full-text articles

Print

20 pages / month

PDF Discount

20% off