Fichtes Judenfeindschaft

Fichtes Judenfeindschaft MISZELLEN Fichtes Judenfeindschaft In den "Fichte-Studien"' findet sich ein Aufsatz tiber "Fichtes Stellung zum Judentum". Der Verfasser, Erich Fuchs aus Milnchen, behauptet, Fichte habe keinen "unbarmherzigen, plumpen Antisemitismus" vertreten2, und polemisiert mit Wissenschaftlem - darunter mit mir -, die Fichte als Feind der Juden und des Judentums ansehen und eine Verbindungslinie zwischen Au- Berungen des Philosophen und den Schriften und Aktionen der Nazis herstellen. Fuchs nennt diese Auffassung tendenzi6s; die "Auseinanderset- zung mit Fichte tiber dieses Thema" durfe "nicht in einseitige Propaganda abgleiten," sondern solle "den Charakter eines argumentierenden Diskurses erhalten".1 Um den Argumenten dieses Diskurses folgen zu kt3nnen, muB man die Ansichten Fichtes ilber Juden und Judentum kennen, die er in seinem "Beitrag zur Berichtigung der Urteile des Publikums iiber die franz6sische Revolution" im Jahre 1793 auBerte. Diese Schrift, die sich mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit Deutschlands auseinandersetzte, enthielt einen Abschnitt, in dem es hieB: "Fast durch alle L?nder Europas verbreitet sich ein machtiger, feindselig gesinnter Staat, der mit allen ubrigen im bestandigen Kriege steht, und der in manchen furchterlich schwer auf die Biirger druckt; es ist das Judentum". Dieser "abgesonderte, fest verkettete Staat" sei "auf dem HaB des ganzen menschlichen Geschlechts aufgebaut". Die Juden hatten sich selbst http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte Brill

Fichtes Judenfeindschaft

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Publisher
Brill
Copyright
© 1992 Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0044-3441
eISSN
1570-0739
D.O.I.
10.1163/157007392X00231
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Abstract

MISZELLEN Fichtes Judenfeindschaft In den "Fichte-Studien"' findet sich ein Aufsatz tiber "Fichtes Stellung zum Judentum". Der Verfasser, Erich Fuchs aus Milnchen, behauptet, Fichte habe keinen "unbarmherzigen, plumpen Antisemitismus" vertreten2, und polemisiert mit Wissenschaftlem - darunter mit mir -, die Fichte als Feind der Juden und des Judentums ansehen und eine Verbindungslinie zwischen Au- Berungen des Philosophen und den Schriften und Aktionen der Nazis herstellen. Fuchs nennt diese Auffassung tendenzi6s; die "Auseinanderset- zung mit Fichte tiber dieses Thema" durfe "nicht in einseitige Propaganda abgleiten," sondern solle "den Charakter eines argumentierenden Diskurses erhalten".1 Um den Argumenten dieses Diskurses folgen zu kt3nnen, muB man die Ansichten Fichtes ilber Juden und Judentum kennen, die er in seinem "Beitrag zur Berichtigung der Urteile des Publikums iiber die franz6sische Revolution" im Jahre 1793 auBerte. Diese Schrift, die sich mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit Deutschlands auseinandersetzte, enthielt einen Abschnitt, in dem es hieB: "Fast durch alle L?nder Europas verbreitet sich ein machtiger, feindselig gesinnter Staat, der mit allen ubrigen im bestandigen Kriege steht, und der in manchen furchterlich schwer auf die Biirger druckt; es ist das Judentum". Dieser "abgesonderte, fest verkettete Staat" sei "auf dem HaB des ganzen menschlichen Geschlechts aufgebaut". Die Juden hatten sich selbst

Journal

Zeitschrift für Religions- und GeistesgeschichteBrill

Published: Jan 1, 1992

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