ESOTERIK UND CHRISTENTUM VOR 1800: PROLEGOMENA ZU EINER BESTIMMUNG IHRER DIFFERENZ

ESOTERIK UND CHRISTENTUM VOR 1800: PROLEGOMENA ZU EINER BESTIMMUNG IHRER DIFFERENZ © Koninklijke Brill NV, Leiden, 2003 Aries Vol. 3, no. 2 ESOTERIK UND CHRISTENTUM VOR 1800: PROLEGOMENA ZU EINER BESTIMMUNG IHRER DIFFERENZ M ON IKA N EUGEBAUER -W ÖLK Esoterik und Christentum werden heute überwiegend als zwei voneinander unabhängige religiöse Entwürfe verstanden. Ihre Differenz für das Transzen- denz-, aber auch für das Weltverständnis in unserer Gegenwart ist ein wichtiges Bestimmungsmoment in der Erforschung der unbeschränkten Individuali- sierung und Offenheit religiöser Optionen als Auswirkung des Säkularisie- rungsprozesses. Der New-Age-Forscher Christoph Bochinger hat das emphati- sche antichristliche Selbstverständnis der gegenwärtigen Esoterik treffend formuliert: Esoterik bezeichne einen neuen Typus von Religion, der ‘indivi- duell-innerliche Bedürfnisse des modernen Menschen mit einer neuartigen re- ligiösen Mobilität’ verknüpfe: Er legitimiert sich durch den Anspruch, mit den Gegebenheiten der gegenwärti- gen Lebenswelt konform zu sein. Dagegen sei christliche Religion ein Überbleib- sel vergangener Zeiten, vor allem wegen ihres Dogmas, das das Festhalten am blinden Glauben der Vorzeit bedeute und nicht auf praktischem Erfahrungswis- sen aufbaue 1 . Für die Zeit vor 1800 stellt uns diese Frage nach den Differenzen zwischen christlicher und esoterischer Religiosität vor ein sehr viel größeres Problem, denn für die Zeitgenossen frühneuzeitlicher Jahrhunderte war es bekanntlich außerordentlich schwierig, wenn nicht gefährlich, sich http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Aries Brill

ESOTERIK UND CHRISTENTUM VOR 1800: PROLEGOMENA ZU EINER BESTIMMUNG IHRER DIFFERENZ

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Publisher
BRILL
Copyright
© 2003 Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
1567-9896
eISSN
1570-0593
D.O.I.
10.1163/157005903767876892
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Abstract

© Koninklijke Brill NV, Leiden, 2003 Aries Vol. 3, no. 2 ESOTERIK UND CHRISTENTUM VOR 1800: PROLEGOMENA ZU EINER BESTIMMUNG IHRER DIFFERENZ M ON IKA N EUGEBAUER -W ÖLK Esoterik und Christentum werden heute überwiegend als zwei voneinander unabhängige religiöse Entwürfe verstanden. Ihre Differenz für das Transzen- denz-, aber auch für das Weltverständnis in unserer Gegenwart ist ein wichtiges Bestimmungsmoment in der Erforschung der unbeschränkten Individuali- sierung und Offenheit religiöser Optionen als Auswirkung des Säkularisie- rungsprozesses. Der New-Age-Forscher Christoph Bochinger hat das emphati- sche antichristliche Selbstverständnis der gegenwärtigen Esoterik treffend formuliert: Esoterik bezeichne einen neuen Typus von Religion, der ‘indivi- duell-innerliche Bedürfnisse des modernen Menschen mit einer neuartigen re- ligiösen Mobilität’ verknüpfe: Er legitimiert sich durch den Anspruch, mit den Gegebenheiten der gegenwärti- gen Lebenswelt konform zu sein. Dagegen sei christliche Religion ein Überbleib- sel vergangener Zeiten, vor allem wegen ihres Dogmas, das das Festhalten am blinden Glauben der Vorzeit bedeute und nicht auf praktischem Erfahrungswis- sen aufbaue 1 . Für die Zeit vor 1800 stellt uns diese Frage nach den Differenzen zwischen christlicher und esoterischer Religiosität vor ein sehr viel größeres Problem, denn für die Zeitgenossen frühneuzeitlicher Jahrhunderte war es bekanntlich außerordentlich schwierig, wenn nicht gefährlich, sich

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AriesBrill

Published: Jan 1, 2003

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