E. M. STAERMAN, Die Agrafrage und die senatorische Opposition in der römischen Kaiserzeit (Xenia, Konstanzer althistorische Vorträge und Forschungen, Heft 11), Konstanz, Universitätsverlag, 1984, 21 p

E. M. STAERMAN, Die Agrafrage und die senatorische Opposition in der römischen Kaiserzeit... 565 DE NOVIS LIBRIS IUDICIA E. M. STAERMAN, Die Agrafrage und die senatorische Opposition in der römischen Kaiserzeit (Xenia, Konstanzer althistorische Vorträge und Forschungen, Heft 11), Konstanz, Universitätsverlag, 1984, 21 p. Wahrend der Kaiserzeit bestand die Agrarfrage der Republik in modifizierter Form fort. Grundlegend war dabei der Charakter der civitas, der Bürgergemeinde. Während der Republik besass sie das Recht der obersten Kontrolle uber den Boden und dessen Bebauung. (Diese war wesentlich: nur der hatte Recht auf ein Grundstfck, der durch Bebauung Gcwinn, fructus, erwirtschaftete.) Im Prinzipat ubernahm der Kaiser dieses Recht der civitas und wurde gewissermassen oberster Eigentumer des Landes anstelle des Volkes. Auch er war an der besten Bebauung des Bodens interessiert. Die Latifundien wurden nachldssig bebaut. Daher konfiszierten die Kaiser des 1. Jahrhunderts grosse Guter und teilten sie auf in kleinere Villen und Parzellen, die ilbereignet oder verpachtet wurden. Dabei konnten sie sich auf die Ideologie der niederen Schichten stutzen; diese grfndctc sich auf die Massnahmen der alten K6nige, die den Bfrgcrn das Land gegeben und das Leben der pagi, in denen das individuelle Eigentum an Parzellen vereinigt war mit dem Gemeineigentum auf compascua, geregelt hatten. Die senatorische Opposition aber basierte sich auf die Eigentumsrechte, die ursprunglich den ersten Okkupanten von Teilen des ager publicus und deren Nachkommen zukamen. Deshalb hielt sie solche kaiserlichen Massnahmen fur 'tyrannisch', und ver- suchte sie, ihre Eigentumsrechte zu festigen. Wohl wurde das Obereigentum des Kaisers nicht bestritten, aber ein `guter' Kaiser durfte es nicht missbrauchen, indem er Privatpersonen ihrer Guter beraubte. Es wurde auf diese Weise versucht, die Stellung des Kaisers als Souveran von seiner Macht als Eigentumer zu trennen. Die Kaiser des 2. Jahrhunderts gaben den Grossgrundbesitzern nach; unter Septimius Severus kam es aber erneut zu Konfiska- tionen und Konflikten mit dem Senat. P. W. DE NEEVE S. L. SCHEIN, The Mortal Hero. An Introduction to Homer's Iliad. Berkeley, University of California Press, 1984. XII, 223 p. Pr. D. 25,85. Recent French and American studies on Homer tend to become marred by an overdosis of structuralism in various forms. Far from http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Mnemosyne Brill

E. M. STAERMAN, Die Agrafrage und die senatorische Opposition in der römischen Kaiserzeit (Xenia, Konstanzer althistorische Vorträge und Forschungen, Heft 11), Konstanz, Universitätsverlag, 1984, 21 p

Mnemosyne , Volume 39 (3-4): 565 – Jan 1, 1986
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Publisher
Brill
Copyright
© 1986 Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0026-7074
eISSN
1568-525X
D.O.I.
10.1163/156852586X01148
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Abstract

565 DE NOVIS LIBRIS IUDICIA E. M. STAERMAN, Die Agrafrage und die senatorische Opposition in der römischen Kaiserzeit (Xenia, Konstanzer althistorische Vorträge und Forschungen, Heft 11), Konstanz, Universitätsverlag, 1984, 21 p. Wahrend der Kaiserzeit bestand die Agrarfrage der Republik in modifizierter Form fort. Grundlegend war dabei der Charakter der civitas, der Bürgergemeinde. Während der Republik besass sie das Recht der obersten Kontrolle uber den Boden und dessen Bebauung. (Diese war wesentlich: nur der hatte Recht auf ein Grundstfck, der durch Bebauung Gcwinn, fructus, erwirtschaftete.) Im Prinzipat ubernahm der Kaiser dieses Recht der civitas und wurde gewissermassen oberster Eigentumer des Landes anstelle des Volkes. Auch er war an der besten Bebauung des Bodens interessiert. Die Latifundien wurden nachldssig bebaut. Daher konfiszierten die Kaiser des 1. Jahrhunderts grosse Guter und teilten sie auf in kleinere Villen und Parzellen, die ilbereignet oder verpachtet wurden. Dabei konnten sie sich auf die Ideologie der niederen Schichten stutzen; diese grfndctc sich auf die Massnahmen der alten K6nige, die den Bfrgcrn das Land gegeben und das Leben der pagi, in denen das individuelle Eigentum an Parzellen vereinigt war mit dem Gemeineigentum auf compascua, geregelt hatten. Die senatorische Opposition aber basierte sich auf die Eigentumsrechte, die ursprunglich den ersten Okkupanten von Teilen des ager publicus und deren Nachkommen zukamen. Deshalb hielt sie solche kaiserlichen Massnahmen fur 'tyrannisch', und ver- suchte sie, ihre Eigentumsrechte zu festigen. Wohl wurde das Obereigentum des Kaisers nicht bestritten, aber ein `guter' Kaiser durfte es nicht missbrauchen, indem er Privatpersonen ihrer Guter beraubte. Es wurde auf diese Weise versucht, die Stellung des Kaisers als Souveran von seiner Macht als Eigentumer zu trennen. Die Kaiser des 2. Jahrhunderts gaben den Grossgrundbesitzern nach; unter Septimius Severus kam es aber erneut zu Konfiska- tionen und Konflikten mit dem Senat. P. W. DE NEEVE S. L. SCHEIN, The Mortal Hero. An Introduction to Homer's Iliad. Berkeley, University of California Press, 1984. XII, 223 p. Pr. D. 25,85. Recent French and American studies on Homer tend to become marred by an overdosis of structuralism in various forms. Far from

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MnemosyneBrill

Published: Jan 1, 1986

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