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Die Straftat der nichtkatholischen Taufe und Erziehung der Kinder

Die Straftat der nichtkatholischen Taufe und Erziehung der Kinder Nachdem Papst Franziskus am 23. Mai 2021 mit der Apostolischen Konstitution «Pascite gregem Dei» (Weidet die Herde Gottes) das revidierte Buch VI des CIC/1983 promulgiert und mit Wirkung vom 08. Dezember 2021 in Kraft gesetzt hatte, dauerte es erwartungsgemäß nicht lange, bis auch aus den Reihen von Kirchenrechtlern Kritik an diesem Aggiornamento des kirchlichen Strafrechts geübt wurde, das nach etwa zwölf Jahren der Revisionsarbeit endlich zum Ziel gekommen war.1 Am 01. Juni 2021 war der revidierte Gesetzestext der Öffentlichkeit im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt worden; am selben Tag meldete sich bereits der Freiburger Kirchenrechtler Georg Bier unter anderem mit der Kritik zu Wort, „dass auch nach der Neufassung des kirchlichen Gesetzbuches die nicht-katholische Taufe und Erziehung von Kindern aus konfessionsverschiedenen Ehen im kirchenrechtlichen Sinne eine Straftat bleibt. Dies werde der Wirklichkeit solcher Ehen ‚nicht unbedingt gerecht‘.“2 Diese Kritik wird unter anderem vom Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller geteilt.3Einige Wochen später äußerte sich auch der Vertreter des Kirchenrechts an der Tübinger Katholisch-Theologischen Fakultät, Bernhard Sven Anuth, zum selben Straftatbestand so: „An der Aufnahme eines Straftatbestands für Eltern, die ihre Kinder nicht katholisch taufen oder erziehen (can. 1367 CIC neue Fassung), könne man Prioritäten des Gesetzgebers erkennen. Die Pflicht zur Taufe und http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Archiv für Katholisches Kirchenrecht Brill

Die Straftat der nichtkatholischen Taufe und Erziehung der Kinder

Archiv für Katholisches Kirchenrecht , Volume 188 (1): 25 – Jul 27, 2022

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Publisher
Brill
Copyright
Copyright © Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0003-9160
eISSN
2589-045X
DOI
10.30965/2589045x-1880110
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Abstract

Nachdem Papst Franziskus am 23. Mai 2021 mit der Apostolischen Konstitution «Pascite gregem Dei» (Weidet die Herde Gottes) das revidierte Buch VI des CIC/1983 promulgiert und mit Wirkung vom 08. Dezember 2021 in Kraft gesetzt hatte, dauerte es erwartungsgemäß nicht lange, bis auch aus den Reihen von Kirchenrechtlern Kritik an diesem Aggiornamento des kirchlichen Strafrechts geübt wurde, das nach etwa zwölf Jahren der Revisionsarbeit endlich zum Ziel gekommen war.1 Am 01. Juni 2021 war der revidierte Gesetzestext der Öffentlichkeit im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt worden; am selben Tag meldete sich bereits der Freiburger Kirchenrechtler Georg Bier unter anderem mit der Kritik zu Wort, „dass auch nach der Neufassung des kirchlichen Gesetzbuches die nicht-katholische Taufe und Erziehung von Kindern aus konfessionsverschiedenen Ehen im kirchenrechtlichen Sinne eine Straftat bleibt. Dies werde der Wirklichkeit solcher Ehen ‚nicht unbedingt gerecht‘.“2 Diese Kritik wird unter anderem vom Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller geteilt.3Einige Wochen später äußerte sich auch der Vertreter des Kirchenrechts an der Tübinger Katholisch-Theologischen Fakultät, Bernhard Sven Anuth, zum selben Straftatbestand so: „An der Aufnahme eines Straftatbestands für Eltern, die ihre Kinder nicht katholisch taufen oder erziehen (can. 1367 CIC neue Fassung), könne man Prioritäten des Gesetzgebers erkennen. Die Pflicht zur Taufe und

Journal

Archiv für Katholisches KirchenrechtBrill

Published: Jul 27, 2022

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