Die Internationautät der Bologneser Kanonistik in der Ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts

Die Internationautät der Bologneser Kanonistik in der Ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts I. ABHANDLUNGEN DIE INTERNATIONALITAT DER BOLOGNESER KANONISTIK IN DER ERSTEN HALFrE DES 13. JAHRHUNDERTS Von Peter Landau Vorbemerkung An Europas iiltester Universitat Bologna wurde das kanonische Recht als Wis­ senschaft zuerst neb en dem romischen Recht gepflegt; vor allem entwickelte sich jedoch Bologna fur die Rechtswissenschaft in der ersten Halfte des 13. Jahrhunderts zu einer internationalen Universitat in der Zusammensetzung der Dozenten und Studenten. Dieses Thema soll am Beispiel der Rechtslehrer verfolgt werden. Das erfordert viele Detailinformationen tiber Rechtsquellen und besonders zu Personen, wobei sich ein so genanntes ,name dropping' kaum vermeiden lasst. Meine Hauptthese soll durch die erstaunlich rasche Rezeption des jeweils neuesten Rechts belegt werden, des ius novum der papst­ lichen Dekretalen, das in Bologna zu einem einzigartigen Vorrang in der Ka­ nonistik gelangte. Bereits im erstenJahrhundert nach der Begrtindung als eige­ nes Fach wurde die Kanonistik mit ihren Rechtsquellen, Lehrmethoden und Spezialisten zur modernsten Disziplin in der mittelalterlichen Wissenschafts­ landschaft. I. Einleitung Als der groBe Kanonist Guilelmus Duranti urn 1290 sein ,Speculum iudiciale' vollendete, ein Hauptwerk der mittelalterlichen Prozessliteratur, leitete er es mit einer ,Epistola dedicatoria' an den Kardinal Ottoboni ein, indem er einen Rtickblick auf 150 Jahre kanonistischer Wissenschaft seit Gratian bot und dabei 176 http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Archiv für Katholisches Kirchenrecht Brill

Die Internationautät der Bologneser Kanonistik in der Ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts

Archiv für Katholisches Kirchenrecht, Volume 176 (1): 20 – Jan 1, 1

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Brill
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Copyright © Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0003-9160
eISSN
2589-045x
DOI
10.30965/2589045X-176-01-90000009
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Abstract

I. ABHANDLUNGEN DIE INTERNATIONALITAT DER BOLOGNESER KANONISTIK IN DER ERSTEN HALFrE DES 13. JAHRHUNDERTS Von Peter Landau Vorbemerkung An Europas iiltester Universitat Bologna wurde das kanonische Recht als Wis­ senschaft zuerst neb en dem romischen Recht gepflegt; vor allem entwickelte sich jedoch Bologna fur die Rechtswissenschaft in der ersten Halfte des 13. Jahrhunderts zu einer internationalen Universitat in der Zusammensetzung der Dozenten und Studenten. Dieses Thema soll am Beispiel der Rechtslehrer verfolgt werden. Das erfordert viele Detailinformationen tiber Rechtsquellen und besonders zu Personen, wobei sich ein so genanntes ,name dropping' kaum vermeiden lasst. Meine Hauptthese soll durch die erstaunlich rasche Rezeption des jeweils neuesten Rechts belegt werden, des ius novum der papst­ lichen Dekretalen, das in Bologna zu einem einzigartigen Vorrang in der Ka­ nonistik gelangte. Bereits im erstenJahrhundert nach der Begrtindung als eige­ nes Fach wurde die Kanonistik mit ihren Rechtsquellen, Lehrmethoden und Spezialisten zur modernsten Disziplin in der mittelalterlichen Wissenschafts­ landschaft. I. Einleitung Als der groBe Kanonist Guilelmus Duranti urn 1290 sein ,Speculum iudiciale' vollendete, ein Hauptwerk der mittelalterlichen Prozessliteratur, leitete er es mit einer ,Epistola dedicatoria' an den Kardinal Ottoboni ein, indem er einen Rtickblick auf 150 Jahre kanonistischer Wissenschaft seit Gratian bot und dabei 176

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Archiv für Katholisches KirchenrechtBrill

Published: Jan 1, 1

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