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Die Gesellschaft der Singularitäten. Zum Strukturwandel der Moderne, written by Andreas Reckwitz (2017)

Die Gesellschaft der Singularitäten. Zum Strukturwandel der Moderne, written by Andreas Reckwitz... Berlin: Suhrkamp Verlag. 480 Seiten.Gegenwärtig macht sich kaum eine Stimme in der medial-kulturellen Öffentlichkeit bemerkbar, die ohne eine allgemeine Betrachtung zum Zusammenhang von Kultur, Gesellschaft und Politik etwas zu sagen weiß. Dazu besteht auch Anlass genug. Spätmoderne Gesellschaften werden grosso modo als »Abstiegsgesellschaften« (Oliver Nachtwey), »Präkarisierungsgesellschaften« (Oliver Marchart), als Austragungsort der Krise des Liberalismus in Form von Populismen (Bernd Stegemann) oder als eine durch den aktuellen Kapitalismus strukturierte allgemeine »Fragmentierung« (Unsichtbares Komitee) wahrgenommen. Inmitten dieses mehr als nur Unbehagen auslösenden Befundes nimmt immer wieder das Nachdenken über Kultur eine besondere Stellung ein. Ihr wird – zumeist mit positiv zugespielten, aber sich nur implizit als pädagogisch zu erkennen gebenden Hoffnungserwartungen – eingeräumt, Reflexionsarena sowie Möglichkeitshorizont einer Kritik eben jenes in die Krise geratenen sozialen Zusammenlebens zu sein. Andererseits macht sie sich berechtigterweise in den Augen skeptischer Beobachter_innen auch dazu verdächtig, Apelle wie Bildung, Emanzipation, Selbstentfaltung und Individualisierung dem gesellschaftlichen Status quo auszuliefern, diesem sogar über derlei Formeln zur angeblichen Stärkung des Subjekts tatkräftig bei Seite zu stehen und geradezu das Gegenteil der vorgetragenen Versprechen zu bewirken.Der Kultursoziologe Andreas Reckwitz hat in seiner 2012 publizierten Studie »Die Erfindung der Kreativität. Zum Prozess gesellschaftlicher Ästhetisierung« auf diesen Widerspruch aufmerksam gemacht und herausgestellt, http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Pädagogik Brill

Die Gesellschaft der Singularitäten. Zum Strukturwandel der Moderne, written by Andreas Reckwitz (2017)

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Publisher
Brill
Copyright
Copyright © Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0507-7230
eISSN
2589-0581
DOI
10.30965/25890581-09401014
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Abstract

Berlin: Suhrkamp Verlag. 480 Seiten.Gegenwärtig macht sich kaum eine Stimme in der medial-kulturellen Öffentlichkeit bemerkbar, die ohne eine allgemeine Betrachtung zum Zusammenhang von Kultur, Gesellschaft und Politik etwas zu sagen weiß. Dazu besteht auch Anlass genug. Spätmoderne Gesellschaften werden grosso modo als »Abstiegsgesellschaften« (Oliver Nachtwey), »Präkarisierungsgesellschaften« (Oliver Marchart), als Austragungsort der Krise des Liberalismus in Form von Populismen (Bernd Stegemann) oder als eine durch den aktuellen Kapitalismus strukturierte allgemeine »Fragmentierung« (Unsichtbares Komitee) wahrgenommen. Inmitten dieses mehr als nur Unbehagen auslösenden Befundes nimmt immer wieder das Nachdenken über Kultur eine besondere Stellung ein. Ihr wird – zumeist mit positiv zugespielten, aber sich nur implizit als pädagogisch zu erkennen gebenden Hoffnungserwartungen – eingeräumt, Reflexionsarena sowie Möglichkeitshorizont einer Kritik eben jenes in die Krise geratenen sozialen Zusammenlebens zu sein. Andererseits macht sie sich berechtigterweise in den Augen skeptischer Beobachter_innen auch dazu verdächtig, Apelle wie Bildung, Emanzipation, Selbstentfaltung und Individualisierung dem gesellschaftlichen Status quo auszuliefern, diesem sogar über derlei Formeln zur angeblichen Stärkung des Subjekts tatkräftig bei Seite zu stehen und geradezu das Gegenteil der vorgetragenen Versprechen zu bewirken.Der Kultursoziologe Andreas Reckwitz hat in seiner 2012 publizierten Studie »Die Erfindung der Kreativität. Zum Prozess gesellschaftlicher Ästhetisierung« auf diesen Widerspruch aufmerksam gemacht und herausgestellt,

Journal

Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche PädagogikBrill

Published: Apr 19, 2018

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