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Die Beziehungen karolingischer Synoden zum Papsttum

Die Beziehungen karolingischer Synoden zum Papsttum RUDOLF SCHIEFFER I MUNCHEN DaB die Befugnis zur Einberufung von Synoden dem Apostolischen Stuhl kraft besonderer Vollmacht zukomme und demgemaB die Beschltisse bischoflicher Versammlungen, die nicht auf diese Autoritat gestiitzt seien, keinerlei Giiltig­ keit batten, ist ein Postulat, das bekanntlich in der Mitte des 9. Jahrhunderts erstmals in dieser Entschiedenheit formuliert worden ist • Die pseudoisidori­ schen Falscher, die dafiir einzelne Elemente der alteren Tradition in zuspitzen­ der Manier zusammentrugen, um sich der Dbermacht der zeitgenossischen Metropoliten zu erwehren , miissen sich der Kiihnheit ihres Gedankens bewuBt gewesen sein, denn er lief der von ihnen selbst erlebten kirchlichen Praxis voll­ kommen zuwider. Tatsachlich fanden im karolingischen Frankenreich in dich­ ter Folge groBere und kleinere Synoden statt , bei denen nichts darauf hinweist, daB die Papste sie angeordnet oder auch our billigend zur Kenntnis genommen batten, und <loch die Geltung der getroffenen Beschliisse davon in keiner Weise beeintrachtigt war. Die faktische Autonomie des frankischen Synodalwesens im 8. und 9. Jahrhundert fand ihre Grenzen weit eher in der selbstverstandlich hingenommenen Kirchenhoheit der jeweiligen Hausmeier oder Konige als in primatialen Anspriichen der Papste, war also ein ganz markanter Ausdruck des landeskirchlichen "Gentilismus", der im Okzident vom Ende der antiken Reichseinheit bis in http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Annuarium Historiae Conciliorum Brill

Die Beziehungen karolingischer Synoden zum Papsttum

Annuarium Historiae Conciliorum , Volume 27-28 (1): 17 – Feb 16, 1995

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Publisher
Brill
Copyright
Copyright © Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0003-5157
eISSN
2589-0433
DOI
10.30965/25890433-02702801012
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Abstract

RUDOLF SCHIEFFER I MUNCHEN DaB die Befugnis zur Einberufung von Synoden dem Apostolischen Stuhl kraft besonderer Vollmacht zukomme und demgemaB die Beschltisse bischoflicher Versammlungen, die nicht auf diese Autoritat gestiitzt seien, keinerlei Giiltig­ keit batten, ist ein Postulat, das bekanntlich in der Mitte des 9. Jahrhunderts erstmals in dieser Entschiedenheit formuliert worden ist • Die pseudoisidori­ schen Falscher, die dafiir einzelne Elemente der alteren Tradition in zuspitzen­ der Manier zusammentrugen, um sich der Dbermacht der zeitgenossischen Metropoliten zu erwehren , miissen sich der Kiihnheit ihres Gedankens bewuBt gewesen sein, denn er lief der von ihnen selbst erlebten kirchlichen Praxis voll­ kommen zuwider. Tatsachlich fanden im karolingischen Frankenreich in dich­ ter Folge groBere und kleinere Synoden statt , bei denen nichts darauf hinweist, daB die Papste sie angeordnet oder auch our billigend zur Kenntnis genommen batten, und <loch die Geltung der getroffenen Beschliisse davon in keiner Weise beeintrachtigt war. Die faktische Autonomie des frankischen Synodalwesens im 8. und 9. Jahrhundert fand ihre Grenzen weit eher in der selbstverstandlich hingenommenen Kirchenhoheit der jeweiligen Hausmeier oder Konige als in primatialen Anspriichen der Papste, war also ein ganz markanter Ausdruck des landeskirchlichen "Gentilismus", der im Okzident vom Ende der antiken Reichseinheit bis in

Journal

Annuarium Historiae ConciliorumBrill

Published: Feb 16, 1995

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