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Der voreilige Schluß auf den Nonkonsequentialismus in der Nelson- und Kant-Interpretation

Der voreilige Schluß auf den Nonkonsequentialismus in der Nelson- und Kant-Interpretation Der voreilige Schluß auf den Nonkonsequentialismus in der Nelson- und Kant-Interpretation Jörg Schroth, Universität Göttingen Einleitung Ist eine moralisch gute Handlung das gleiche wie eine moralisch richtige? Ist jede moralisch schlechte Handlung auch eine moralisch falsche Handlung? So häufig diese Begriffe in der ethischen Literatur auch auftauchen, so unklar ist doch ihre Bedeutung und so uneinheitlich ihre Verwendungsweise. Man- che Mißverständnisse und Fehler in der ethischen Argumentation lassen sich auf eine unklare und inkohärente Verwendung dieser Begriffe zurückführen. Insbesondere wenn es um die Unterschiede zwischen konsequentialistischen und nonkonsequentialistischen ethischen Theorien geht, wird man von die- sen Begriffen leicht in die Irre geführt. Anscheinend offenkundige Gegensätze zwischen beiden Theorien entpuppen sich dann bei genauerer Betrachtung als bloße Folge begrifflicher Konfusionen. Besonders betroffen hiervon sind Interpretationen von Kants Schriften. Aus Kants Äußerungen zum guten Wil- len, zu moralisch guten Handlungen und zum moralischen Wert von Hand- lungen schließen viele Interpreten, daß er eine mit dem Konsequentialismus unvereinbare ethische Theorie vertritt. Exemplarisch an zwei Kant-Interpreten möchte ich zeigen, daß dieser Schluß voreilig ist und nicht durch Kants Schrif- ten gestützt wird. Der Grund für diesen Fehlschluß liegt in der Mißachtung des Unterschieds zwischen moralisch guten und richtigen Handlungen. Meine Argumentation verläuft in http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png History of Philosophy and Logical Analysis Brill

Der voreilige Schluß auf den Nonkonsequentialismus in der Nelson- und Kant-Interpretation

History of Philosophy and Logical Analysis , Volume 6 (1): 28 – Apr 5, 2003

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Publisher
Brill
Copyright
Copyright © Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
2666-4283
eISSN
2666-4275
DOI
10.30965/26664275-00601008
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Abstract

Der voreilige Schluß auf den Nonkonsequentialismus in der Nelson- und Kant-Interpretation Jörg Schroth, Universität Göttingen Einleitung Ist eine moralisch gute Handlung das gleiche wie eine moralisch richtige? Ist jede moralisch schlechte Handlung auch eine moralisch falsche Handlung? So häufig diese Begriffe in der ethischen Literatur auch auftauchen, so unklar ist doch ihre Bedeutung und so uneinheitlich ihre Verwendungsweise. Man- che Mißverständnisse und Fehler in der ethischen Argumentation lassen sich auf eine unklare und inkohärente Verwendung dieser Begriffe zurückführen. Insbesondere wenn es um die Unterschiede zwischen konsequentialistischen und nonkonsequentialistischen ethischen Theorien geht, wird man von die- sen Begriffen leicht in die Irre geführt. Anscheinend offenkundige Gegensätze zwischen beiden Theorien entpuppen sich dann bei genauerer Betrachtung als bloße Folge begrifflicher Konfusionen. Besonders betroffen hiervon sind Interpretationen von Kants Schriften. Aus Kants Äußerungen zum guten Wil- len, zu moralisch guten Handlungen und zum moralischen Wert von Hand- lungen schließen viele Interpreten, daß er eine mit dem Konsequentialismus unvereinbare ethische Theorie vertritt. Exemplarisch an zwei Kant-Interpreten möchte ich zeigen, daß dieser Schluß voreilig ist und nicht durch Kants Schrif- ten gestützt wird. Der Grund für diesen Fehlschluß liegt in der Mißachtung des Unterschieds zwischen moralisch guten und richtigen Handlungen. Meine Argumentation verläuft in

Journal

History of Philosophy and Logical AnalysisBrill

Published: Apr 5, 2003

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