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Der verrückte Blick. Schreibweisen der Migration in Özdamars Karawanserei- Roman

Der verrückte Blick. Schreibweisen der Migration in Özdamars Karawanserei- Roman Hansjörg Bay Der verrückte Blick. Schreibweisen der Migration in Özdamars Karawanserei­ Roman Karawansereien bieten nicht nur Kamelen und exotistischen Besetzungen Raum, sondern auch dem vorübergehenden Verweilen und der zufälligen Begegnung von Reisenden. Es sind Räume, an denen sich verschiedene Stimmen, Sprachen und Erzählungen mischen, und es sind Durchgangsräume. Als solche werden sie im Titel von Emine Sevgi Özdamars Roman zur Metapher: ,Das Leben ist eine Kara­ wanserei hat zwei Türen aus einer kam ich rein aus der anderen ging ich raus' . Die Evokation eines Ichs im Durchgang durch einen transitorischen Raum deutet bereits darauf hin, daß Wanderungsbewegungen dem Roman nicht fremd sein werden. Aber der Text handelt nicht nur von einem Ich, das unterwegs ist; er ist seiner ganzen sprachlichen und narrativen Form nach bestimmt von der Migrati­ onsgeschichte, die er zu erzählen beginnt. Obgleich es sich um einen ,Türkei­ Roman' handelt, liegt der Aufbruch nach Deutschland, mit dem die hier erzählte Kindheit und Jugend einer jungen Türkin endet, deren Darstellung immer schon voraus. Wenn ich dem hier nachgehe, so thematisiere ich Özdamars Text als einen Roman der Migration und dabei in mancher Hinsicht auch als den Roman einer Migrantin, nicht aber als ,Migrantenliteratur'. Die ästhetische und politische http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Sprache und Literatur Brill

Der verrückte Blick. Schreibweisen der Migration in Özdamars Karawanserei- Roman

Sprache und Literatur , Volume 30 (1): 18 – Nov 20, 1999

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Publisher
Brill
Copyright
Copyright © Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
1438-1680
eISSN
2589-0859
DOI
10.30965/25890859-03001005
Publisher site
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Abstract

Hansjörg Bay Der verrückte Blick. Schreibweisen der Migration in Özdamars Karawanserei­ Roman Karawansereien bieten nicht nur Kamelen und exotistischen Besetzungen Raum, sondern auch dem vorübergehenden Verweilen und der zufälligen Begegnung von Reisenden. Es sind Räume, an denen sich verschiedene Stimmen, Sprachen und Erzählungen mischen, und es sind Durchgangsräume. Als solche werden sie im Titel von Emine Sevgi Özdamars Roman zur Metapher: ,Das Leben ist eine Kara­ wanserei hat zwei Türen aus einer kam ich rein aus der anderen ging ich raus' . Die Evokation eines Ichs im Durchgang durch einen transitorischen Raum deutet bereits darauf hin, daß Wanderungsbewegungen dem Roman nicht fremd sein werden. Aber der Text handelt nicht nur von einem Ich, das unterwegs ist; er ist seiner ganzen sprachlichen und narrativen Form nach bestimmt von der Migrati­ onsgeschichte, die er zu erzählen beginnt. Obgleich es sich um einen ,Türkei­ Roman' handelt, liegt der Aufbruch nach Deutschland, mit dem die hier erzählte Kindheit und Jugend einer jungen Türkin endet, deren Darstellung immer schon voraus. Wenn ich dem hier nachgehe, so thematisiere ich Özdamars Text als einen Roman der Migration und dabei in mancher Hinsicht auch als den Roman einer Migrantin, nicht aber als ,Migrantenliteratur'. Die ästhetische und politische

Journal

Sprache und LiteraturBrill

Published: Nov 20, 1999

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