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Der Religionsunterricht in Belgien

Der Religionsunterricht in Belgien Bei einer Analyse des Religionsunterrichts in Belgien sind zwei Aspekte zu berücksichtigen. Zum einen wird die Regelung der rechtlichen Situation beleuchtet, die anfangs einheitlich war und später weitgehend den Gemeinschaften übertragen wurde, was zu regionalen Schwerpunktverschiebungen geführt hat. Zum anderen geht es um den Inhalt des Unterrichts sowie um die aktuellen leidenschaftlichen Diskussionen zu diesem Thema.1Rechtliche Situation in Bezug auf den Religionsunterricht in BelgienWie meistens, wenn es um juristische und religiöse Themen geht, ist der historische Kontext der Problematik von wesentlicher Bedeutung. Wer diesen verstehen möchte, muss sich mit der Zeit beschäftigen, in der Belgien seine Unabhängigkeit erlangte (1830) und die bis heute gültige Verfassung verabschiedet wurde (1831). Seither haben sich natürlich wichtige Veränderungen vollzogen, z. B. die schrittweise Umwandlung Belgiens von einem Einheitsstaat zu einem dezentralen Staat ab 1970. Bis heute geblieben sind aber – jedenfalls zum größten Teil – die Bestimmungen über Grundrechte und Freiheiten, ein für die damalige Zeit revolutionärer Rechtskomplex, der mehreren Ländern innerhalb und außerhalb Europas fast das ganze 19. Jahrhundert hindurch als Inspiration gedient hat.Der Erfolg der Verfassung bestand darin, dass sie – schon zum damaligen Zeitpunkt – das Ergebnis eines Kompromisses war.1 Kompromisse waren in Belgien schon immer eine Notwendigkeit und auch http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Archiv für Katholisches Kirchenrecht Brill

Der Religionsunterricht in Belgien

Archiv für Katholisches Kirchenrecht , Volume 188 (1): 14 – Jul 27, 2022

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Publisher
Brill
Copyright
Copyright © Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0003-9160
eISSN
2589-045X
DOI
10.30965/2589045x-1880104
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Abstract

Bei einer Analyse des Religionsunterrichts in Belgien sind zwei Aspekte zu berücksichtigen. Zum einen wird die Regelung der rechtlichen Situation beleuchtet, die anfangs einheitlich war und später weitgehend den Gemeinschaften übertragen wurde, was zu regionalen Schwerpunktverschiebungen geführt hat. Zum anderen geht es um den Inhalt des Unterrichts sowie um die aktuellen leidenschaftlichen Diskussionen zu diesem Thema.1Rechtliche Situation in Bezug auf den Religionsunterricht in BelgienWie meistens, wenn es um juristische und religiöse Themen geht, ist der historische Kontext der Problematik von wesentlicher Bedeutung. Wer diesen verstehen möchte, muss sich mit der Zeit beschäftigen, in der Belgien seine Unabhängigkeit erlangte (1830) und die bis heute gültige Verfassung verabschiedet wurde (1831). Seither haben sich natürlich wichtige Veränderungen vollzogen, z. B. die schrittweise Umwandlung Belgiens von einem Einheitsstaat zu einem dezentralen Staat ab 1970. Bis heute geblieben sind aber – jedenfalls zum größten Teil – die Bestimmungen über Grundrechte und Freiheiten, ein für die damalige Zeit revolutionärer Rechtskomplex, der mehreren Ländern innerhalb und außerhalb Europas fast das ganze 19. Jahrhundert hindurch als Inspiration gedient hat.Der Erfolg der Verfassung bestand darin, dass sie – schon zum damaligen Zeitpunkt – das Ergebnis eines Kompromisses war.1 Kompromisse waren in Belgien schon immer eine Notwendigkeit und auch

Journal

Archiv für Katholisches KirchenrechtBrill

Published: Jul 27, 2022

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