Der Hase in Kunst und Mythe der vor- und frühgeschichtlichen Menschen

Der Hase in Kunst und Mythe der vor- und frühgeschichtlichen Menschen JOHANNES MARINGER Der Hase in Kunst und Mythe der vor- und frühgeschichtlichen Menschen Die Sinnbildlichkeit des Hasen ist uns am vertrautesten im Osterhasen, der die vielfarbigen Ostereier legt. Wie kommen diese so separaten Dinge wie Hase und Eier zusammen? Steht dahinter blof3e Willkurlichkeit? Dai3 der Hase Eier legt, glaubt doch keiner ernsthaft. Und was hat Ostern mit diesem Brauch zu tun? Wir spuren sogleich, daf3 hier vorchristliche An- schauungen, vorchristliches Brauchtum dahinterstecken. Und wie kommen Hase und Mond zusammen? Der Hase im Mond ist ein visueller Eindruck, hervorgerufen durch den Flecken im Mond. Die Vor- stellung, bei uns wohl gewohnlich als Mannlein im Mond gedeutet, ist welt- weit und zeitlich tief zuriickreichend. Schon in der indischen Mythologie erscheint der Hase mit dem Mond verbunden. Indra verwandelt den Ha- sen in den Mond. In einer indischen Erzahlung sagt der Mondgott von sich: "Meine Dienste sind dem Hasen geweiht. Daher f3hre ich das Hasen- bild." In China geht die Erzahlung, der Hase zerstol3e mit einer Keule im M6rser Teile des Mondes und bereite daraus das Lebenselixierl. Die bud- dhistischen Kalmucken in Innerasien nennen den Hasen Sakyamuni (Buddha) und erzahlen, der Hase habe auf Erden sich einmal einem verhungernden Menschen als http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte Brill

Der Hase in Kunst und Mythe der vor- und frühgeschichtlichen Menschen

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BRILL
Copyright
© 1978 Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0044-3441
eISSN
1570-0739
D.O.I.
10.1163/157007378X00561
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Abstract

JOHANNES MARINGER Der Hase in Kunst und Mythe der vor- und frühgeschichtlichen Menschen Die Sinnbildlichkeit des Hasen ist uns am vertrautesten im Osterhasen, der die vielfarbigen Ostereier legt. Wie kommen diese so separaten Dinge wie Hase und Eier zusammen? Steht dahinter blof3e Willkurlichkeit? Dai3 der Hase Eier legt, glaubt doch keiner ernsthaft. Und was hat Ostern mit diesem Brauch zu tun? Wir spuren sogleich, daf3 hier vorchristliche An- schauungen, vorchristliches Brauchtum dahinterstecken. Und wie kommen Hase und Mond zusammen? Der Hase im Mond ist ein visueller Eindruck, hervorgerufen durch den Flecken im Mond. Die Vor- stellung, bei uns wohl gewohnlich als Mannlein im Mond gedeutet, ist welt- weit und zeitlich tief zuriickreichend. Schon in der indischen Mythologie erscheint der Hase mit dem Mond verbunden. Indra verwandelt den Ha- sen in den Mond. In einer indischen Erzahlung sagt der Mondgott von sich: "Meine Dienste sind dem Hasen geweiht. Daher f3hre ich das Hasen- bild." In China geht die Erzahlung, der Hase zerstol3e mit einer Keule im M6rser Teile des Mondes und bereite daraus das Lebenselixierl. Die bud- dhistischen Kalmucken in Innerasien nennen den Hasen Sakyamuni (Buddha) und erzahlen, der Hase habe auf Erden sich einmal einem verhungernden Menschen als

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Zeitschrift für Religions- und GeistesgeschichteBrill

Published: Jan 1, 1978

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