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Das Pädagogische und das Politische

Das Pädagogische und das Politische TAGUNGSBERICHTE RALF MAYER Nähert man sich dem Verhältnis der beiden oben genannten Bereiche, liegen für philosophisch inspirierte Auseinandersetzungen mindestens zwei ideen- wie sozial­ geschichtliche Zäsuren nahe: die Antike und die Neuzeit. So markiert die Frage, was es genau heiße, dass es Aufgabe der Erziehung sei, ein geordnetes Zusammenleben zu ermöglichen und die Verfassung eines Staates zu erhalten, seit Aristoteles einen maßgeblichen Drehpunkt der Auseinandersetzungen um Relationierungsvarianten von Politik und Pädagogik. Mit dem Einfluss neuzeitlichen Denkens wird dieser An­ spruch radikal in Zweifel gezogen. Pädagogische Einsatzstellen (etwa im Namen des Individuums, der Freiheit, der Bildung) verhandeln ebenso wie Perspektivierungen einer demokratisch organisierten Gestaltung öffentlicher Angelegenheiten die Ille­ gitimität entsprechender Indienstnahmen. Es zeichnet nun die Beiträge der Jahrestagung der Kommission Bildungs- und Er­ ziehungsphilosophie der DGfE, die vom 24. bis 26. September 2012 in Heppenheim stattgefunden hat, aus, dass sie diese Zäsuren über die eher >vertrauten< theore­ tischen Horizonte hinausführen und auf aktuelle Fragestellungen zu beziehen su­ chen, in denen die Verwobenheit >des Pädagogischen< in durch vielfältige Macht­ und Herrschaftsverhältnisse geprägte Interessen und Ordnungen thematisch wird. Vielleicht kann als kleinster gemeinsamer Nenner der inhaltlich wie formal jeweils unterschiedlich einsetzenden Tagungsbeiträge gelten, dass das im Titel genannte Verhältnis gerade nicht als (ein- http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Pädagogik Brill

Das Pädagogische und das Politische

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Publisher
Brill
Copyright
Copyright © Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0507-7230
eISSN
2589-0581
DOI
10.30965/25890581-089-01-90000011
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Abstract

TAGUNGSBERICHTE RALF MAYER Nähert man sich dem Verhältnis der beiden oben genannten Bereiche, liegen für philosophisch inspirierte Auseinandersetzungen mindestens zwei ideen- wie sozial­ geschichtliche Zäsuren nahe: die Antike und die Neuzeit. So markiert die Frage, was es genau heiße, dass es Aufgabe der Erziehung sei, ein geordnetes Zusammenleben zu ermöglichen und die Verfassung eines Staates zu erhalten, seit Aristoteles einen maßgeblichen Drehpunkt der Auseinandersetzungen um Relationierungsvarianten von Politik und Pädagogik. Mit dem Einfluss neuzeitlichen Denkens wird dieser An­ spruch radikal in Zweifel gezogen. Pädagogische Einsatzstellen (etwa im Namen des Individuums, der Freiheit, der Bildung) verhandeln ebenso wie Perspektivierungen einer demokratisch organisierten Gestaltung öffentlicher Angelegenheiten die Ille­ gitimität entsprechender Indienstnahmen. Es zeichnet nun die Beiträge der Jahrestagung der Kommission Bildungs- und Er­ ziehungsphilosophie der DGfE, die vom 24. bis 26. September 2012 in Heppenheim stattgefunden hat, aus, dass sie diese Zäsuren über die eher >vertrauten< theore­ tischen Horizonte hinausführen und auf aktuelle Fragestellungen zu beziehen su­ chen, in denen die Verwobenheit >des Pädagogischen< in durch vielfältige Macht­ und Herrschaftsverhältnisse geprägte Interessen und Ordnungen thematisch wird. Vielleicht kann als kleinster gemeinsamer Nenner der inhaltlich wie formal jeweils unterschiedlich einsetzenden Tagungsbeiträge gelten, dass das im Titel genannte Verhältnis gerade nicht als (ein-

Journal

Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche PädagogikBrill

Published: Nov 24, 2013

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