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Das historische Phänomen: Die Reise (vorwiegend im 19. Jahrhundert)

Das historische Phänomen: Die Reise (vorwiegend im 19. Jahrhundert) MICHAEL SALEWSKI Das historische Phänomen: Die Reise (vorwiegend im 19. Jahrhundert) Oswald Hauser zum 75. Geburtstag (9. November 1985) "Die Eisenbahnen ... sind ... ein providentielles EreigniB, das der Menschheit einen neuen Umschwung gibt, das die Farbe und Gestalt des Lebens verdndert; es beginnt ein neuer Abschnitt in der Weltgeschichte, und unsere Generation darf sich r3hmen, daB sie dabei gewesen. Welche Veranderungen mussen jetzt eintreten in unseren Anschauungsweisen und in unseren Vorstellungen! Sogar die Elementarbegriffe von Zeit und Raum sind schwankend geworden. Durch die Eisenbahn wird der Raum get6dtet, und es bleibt uns nur noch die Zeit ubrig. Hätten wir nur Geld genug, um auch letztere anstdndig zu t6dten! In vierthalb Stunden reist man jetzt nach Orleans, in ebensoviel Stunden nach Rouen. Was wird das erst geben, wenn die Linien nach Belgien und Deutschland aus- gcf3hrt und mit den dortigen Bahnen verbunden sein werden! Mir ist, als kamen die Berge und Walder aller Lander auf Paris angcr3ckt. Ich rieche schon den Duft der deutschen Linden; vor meiner T3r brandet die Nord- see."i In unnachahmlicher und deswegen immer wieder zitierten Weise hat es Heinrich Heine 1843 auf die drei zentralen Punkte gebracht: Was sich seit den dreil3iger Jahren des http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte Brill

Das historische Phänomen: Die Reise (vorwiegend im 19. Jahrhundert)

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Publisher
Brill
Copyright
© 1986 Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0044-3441
eISSN
1570-0739
DOI
10.1163/157007386X00337
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Abstract

MICHAEL SALEWSKI Das historische Phänomen: Die Reise (vorwiegend im 19. Jahrhundert) Oswald Hauser zum 75. Geburtstag (9. November 1985) "Die Eisenbahnen ... sind ... ein providentielles EreigniB, das der Menschheit einen neuen Umschwung gibt, das die Farbe und Gestalt des Lebens verdndert; es beginnt ein neuer Abschnitt in der Weltgeschichte, und unsere Generation darf sich r3hmen, daB sie dabei gewesen. Welche Veranderungen mussen jetzt eintreten in unseren Anschauungsweisen und in unseren Vorstellungen! Sogar die Elementarbegriffe von Zeit und Raum sind schwankend geworden. Durch die Eisenbahn wird der Raum get6dtet, und es bleibt uns nur noch die Zeit ubrig. Hätten wir nur Geld genug, um auch letztere anstdndig zu t6dten! In vierthalb Stunden reist man jetzt nach Orleans, in ebensoviel Stunden nach Rouen. Was wird das erst geben, wenn die Linien nach Belgien und Deutschland aus- gcf3hrt und mit den dortigen Bahnen verbunden sein werden! Mir ist, als kamen die Berge und Walder aller Lander auf Paris angcr3ckt. Ich rieche schon den Duft der deutschen Linden; vor meiner T3r brandet die Nord- see."i In unnachahmlicher und deswegen immer wieder zitierten Weise hat es Heinrich Heine 1843 auf die drei zentralen Punkte gebracht: Was sich seit den dreil3iger Jahren des

Journal

Zeitschrift für Religions- und GeistesgeschichteBrill

Published: Jan 1, 1986

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