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Daniélou, Madeleine: Erziehung aus dem Anspruch des Geistes. Aus dem Französischen übersetzt von Mariette Rest, Paulus-Verlag, Recklinghausen 1953. 264 Seiten, Kart. 7,20 DM, geb. 8,60 DM.

Daniélou, Madeleine: Erziehung aus dem Anspruch des Geistes. Aus dem Französischen übersetzt von... Besprechungen wechselnden - sozialen Folgen unseren Tuns abzuwägen und in Rechnung zu stellen. Aber letzte und verpflichtende Maßstäbe können nur im Hinblid<en auf die idealen sittlichen Forderungen gewonnen werden, welche durch die konkreten Situationen hindurch an uns ergehen. Wie weit Oetinger davon entfernt ist, solche echten sittlichen Erfahrungen als verbindliches Richtmaß für unser Handeln in ihrem wahren Sinn anzuerkennen und ernst zu nehmen, zeigt deutlich das aus Deweys Werk "Die menschliche Natur" entnommene und zustimmend angeführte Zitat über das Gewissen: "Die Antwort auf die Frage: Warum nicht die Hand ins Feuer sted<en? ist die Antwort der Tatsache: Tust du's, so verbrennt deine Hand. Die Antwort auf die Frage: Warum das Gewissen anerkennen? ist von derselben Art. Denn Gewissen ist bloß ein abstrakter Name für die vielen im Handeln bestehenden, konkreten Anforde­ rungen, die andere uns aufdrängen und von denen wir, wenn wir leben wollen, irgendwie Notiz nehmen müssen." (S. 277.) Oetingers pragmatistische Auffassung tritt naturgemäß noch in vielen anderen Zusammenhängen hervor, die hier nicht erörtert werden sollen. Es ist zu bedauern, daß die an sich beachtenswerten sozialpädagogischen Anliegen und Anregungen Oetin­ gers unter diesem weltanschaulichen Aspekt eine irreführende Zuspitzung erfahren. Die hier empfohlene pragmatistische Lehre erscheint uns gerade heute http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Pädagogik Brill

Daniélou, Madeleine: Erziehung aus dem Anspruch des Geistes. Aus dem Französischen übersetzt von Mariette Rest, Paulus-Verlag, Recklinghausen 1953. 264 Seiten, Kart. 7,20 DM, geb. 8,60 DM.

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Publisher
Brill
Copyright
Copyright © Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0507-7230
eISSN
2589-0581
DOI
10.30965/25890581-03002011
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Abstract

Besprechungen wechselnden - sozialen Folgen unseren Tuns abzuwägen und in Rechnung zu stellen. Aber letzte und verpflichtende Maßstäbe können nur im Hinblid<en auf die idealen sittlichen Forderungen gewonnen werden, welche durch die konkreten Situationen hindurch an uns ergehen. Wie weit Oetinger davon entfernt ist, solche echten sittlichen Erfahrungen als verbindliches Richtmaß für unser Handeln in ihrem wahren Sinn anzuerkennen und ernst zu nehmen, zeigt deutlich das aus Deweys Werk "Die menschliche Natur" entnommene und zustimmend angeführte Zitat über das Gewissen: "Die Antwort auf die Frage: Warum nicht die Hand ins Feuer sted<en? ist die Antwort der Tatsache: Tust du's, so verbrennt deine Hand. Die Antwort auf die Frage: Warum das Gewissen anerkennen? ist von derselben Art. Denn Gewissen ist bloß ein abstrakter Name für die vielen im Handeln bestehenden, konkreten Anforde­ rungen, die andere uns aufdrängen und von denen wir, wenn wir leben wollen, irgendwie Notiz nehmen müssen." (S. 277.) Oetingers pragmatistische Auffassung tritt naturgemäß noch in vielen anderen Zusammenhängen hervor, die hier nicht erörtert werden sollen. Es ist zu bedauern, daß die an sich beachtenswerten sozialpädagogischen Anliegen und Anregungen Oetin­ gers unter diesem weltanschaulichen Aspekt eine irreführende Zuspitzung erfahren. Die hier empfohlene pragmatistische Lehre erscheint uns gerade heute

Journal

Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche PädagogikBrill

Published: Dec 1, 1954

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