Cholera Der Mekkapilger Und Internationale Sanitätspolitik in Ägypten (1866-1938)

Cholera Der Mekkapilger Und Internationale Sanitätspolitik in Ägypten (1866-1938) CHOLERA DER MEKKAPILGER UND INTERNATIONALE SANITÄTSPOLITIK IN ÄGYPTEN (1866-1938)* VON CORNELIA ESSNER Berlin Historie eines Seuchenherdes In der Hauptstadt des Osmanischen Reiches fand 1866 eine inter- nationale Sanltdtskonferenz statt, zu der Frankreich geladen hatte. Unmittelbaren Anlaf1 gab eine Choleraepidemie, die im Jahr zuvor Europa heimgesucht hatte. Erstmals in den dreii3iger Jahren war die asiatische Cholera, von Indien uber Land langsam westwarts drin- gend, nach Europa und sogar Amerika gelangt und hatte allein in Rumand uber 300.000 Opfer gefordert. ? I Bereits zwei internationale Konferenzen, 1851 und 1859 in Paris abgehalten, hatten der neuen Geiflel Europas gegolten und dabei die unterschiedlichsten Wissenschaftsmeinungen uber Genese und Verbreitung der todlichen Seuche zur Sprache gebracht. Im wesent- lichen lief1en sich zwei Schulen unterscheiden: die Kontagionisten und die Antikontagionisten. Noch weit davon entfernt, eine bakte- riologische Ursache der Krankheit anzunehmen, galt das wissen- schaftliche Interesse vor allem ihrem Seuchencharakter. Behaupte- ten die einen die Ubertragbarkeit der Cholera, sahen die anderen in ihr eine "reine Epidemie", die nicht auf Ansteckung beruhe und daher auch keine Quarantänemaf1nahmen erfordere. Vor allem die Handelsmacht England, im Ausbau ihres indischen Imperiums be- griffen, vertrat die antikontagionistische Position und mystifizierte Cholera "as a divine wind sent on earth to http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Die Welt des Islams Brill

Cholera Der Mekkapilger Und Internationale Sanitätspolitik in Ägypten (1866-1938)

Die Welt des Islams, Volume 32 (1): 41 – Jan 1, 1992

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Publisher
Brill
Copyright
© 1992 Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0043-2539
eISSN
1570-0607
D.O.I.
10.1163/157006092X00037
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Abstract

CHOLERA DER MEKKAPILGER UND INTERNATIONALE SANITÄTSPOLITIK IN ÄGYPTEN (1866-1938)* VON CORNELIA ESSNER Berlin Historie eines Seuchenherdes In der Hauptstadt des Osmanischen Reiches fand 1866 eine inter- nationale Sanltdtskonferenz statt, zu der Frankreich geladen hatte. Unmittelbaren Anlaf1 gab eine Choleraepidemie, die im Jahr zuvor Europa heimgesucht hatte. Erstmals in den dreii3iger Jahren war die asiatische Cholera, von Indien uber Land langsam westwarts drin- gend, nach Europa und sogar Amerika gelangt und hatte allein in Rumand uber 300.000 Opfer gefordert. ? I Bereits zwei internationale Konferenzen, 1851 und 1859 in Paris abgehalten, hatten der neuen Geiflel Europas gegolten und dabei die unterschiedlichsten Wissenschaftsmeinungen uber Genese und Verbreitung der todlichen Seuche zur Sprache gebracht. Im wesent- lichen lief1en sich zwei Schulen unterscheiden: die Kontagionisten und die Antikontagionisten. Noch weit davon entfernt, eine bakte- riologische Ursache der Krankheit anzunehmen, galt das wissen- schaftliche Interesse vor allem ihrem Seuchencharakter. Behaupte- ten die einen die Ubertragbarkeit der Cholera, sahen die anderen in ihr eine "reine Epidemie", die nicht auf Ansteckung beruhe und daher auch keine Quarantänemaf1nahmen erfordere. Vor allem die Handelsmacht England, im Ausbau ihres indischen Imperiums be- griffen, vertrat die antikontagionistische Position und mystifizierte Cholera "as a divine wind sent on earth to

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Die Welt des IslamsBrill

Published: Jan 1, 1992

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