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„Aus etwas Möglichem folgt nichts Unmögliches“

„Aus etwas Möglichem folgt nichts Unmögliches“ Zum Verständnis der zweiten Prämisse von Diodors Meisterargument Hermann Weidemann, Universität Münster Aus einem Bericht des Stoikers Epiktet, der uns durch dessen Schüler Arrian überliefert ist, wissen wir, daß Diodoros Kronos, ein jüngerer Zeitgenosse des Aristoteles, ein Argument ausgearbeitet hat, mit dem er aus den beiden Prämis- sen (1) „Alles Wahre in der Vergangenheit ist notwendig“ und (2) „Aus etwas Möglichem folgt nichts Unmögliches“ durch den Nachweis, daß sie mit der These (3) „Es gibt etwas Mögliches, das weder wahr ist noch wahr sein wird“ unvereinbar sind , die Konklusion (3') „Es gibt nichts Mögliches, das weder wahr ist noch wahr sein wird“ ableiten zu können glaubte. Die Tatsache, daß uns weder Epiktet noch irgendeine andere Quelle mitteilt, wie Diodor im einzelnen argumentierte, hat zu zahlreichen Versuchen Anlaß gege- ben, dieses „Meisterargument“, wie man es zu nennen pflegt, zu rekonstruieren. Der neueste Rekonstruktionsversuch stammt von Richard Gaskin, der seine Auffassung von der Struktur des Arguments zunächst in seinem Buch The Sea Battle and the Master Argument dargelegt und sie dann unter dem Einfluß der Kritik, die Nicholas Denyer an ihr geübt hat, in einer Replik auf Denyers Dis- kussionsbeitrag modifiziert hat. Von dieser Modifikation ist hauptsächlich sein Verständnis der http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png History of Philosophy and Logical Analysis Brill

„Aus etwas Möglichem folgt nichts Unmögliches“

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Publisher
Brill
Copyright
Copyright © Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
2666-4283
eISSN
2666-4275
DOI
10.30965/26664275-00201014
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Abstract

Zum Verständnis der zweiten Prämisse von Diodors Meisterargument Hermann Weidemann, Universität Münster Aus einem Bericht des Stoikers Epiktet, der uns durch dessen Schüler Arrian überliefert ist, wissen wir, daß Diodoros Kronos, ein jüngerer Zeitgenosse des Aristoteles, ein Argument ausgearbeitet hat, mit dem er aus den beiden Prämis- sen (1) „Alles Wahre in der Vergangenheit ist notwendig“ und (2) „Aus etwas Möglichem folgt nichts Unmögliches“ durch den Nachweis, daß sie mit der These (3) „Es gibt etwas Mögliches, das weder wahr ist noch wahr sein wird“ unvereinbar sind , die Konklusion (3') „Es gibt nichts Mögliches, das weder wahr ist noch wahr sein wird“ ableiten zu können glaubte. Die Tatsache, daß uns weder Epiktet noch irgendeine andere Quelle mitteilt, wie Diodor im einzelnen argumentierte, hat zu zahlreichen Versuchen Anlaß gege- ben, dieses „Meisterargument“, wie man es zu nennen pflegt, zu rekonstruieren. Der neueste Rekonstruktionsversuch stammt von Richard Gaskin, der seine Auffassung von der Struktur des Arguments zunächst in seinem Buch The Sea Battle and the Master Argument dargelegt und sie dann unter dem Einfluß der Kritik, die Nicholas Denyer an ihr geübt hat, in einer Replik auf Denyers Dis- kussionsbeitrag modifiziert hat. Von dieser Modifikation ist hauptsächlich sein Verständnis der

Journal

History of Philosophy and Logical AnalysisBrill

Published: Apr 5, 1999

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