Aristoteles über den Ursprung wissenschaftlicher Erkenntnis

Aristoteles über den Ursprung wissenschaftlicher Erkenntnis 188 Aristoteles über den Ursprung wissenschaft- licher Erkenntnis MORIMICHI KATO I In der Nikomachischen Ethik VI 6 fragt Aristoteles, welche dianoetische Tugend fur die Gewinnung des Prinzips des wissenschaftlich Erkennbaren (fin ltgxfi 101) ?7tLOTTITO'O) zustandig sei. Um das Gesuchte zu finden, wendet er das von ihm allgemein bevorzugte Eliminationsverfahren an. So werden aus den vier sogenannten intellectuellen Tugenden - cpeovrla?5 (sittliche Einsicht), £nialfiyq (wissenschaftliche Erkenntnis), (io(pca (Wei- sheit) und vov5 (den wir jetzt unfbersetzt lassen) - die ersten drei als ungeeignet eliminiert. 1) Og6vqaig wird eliminiert, weil sie sich auf das bezieht, was sich anders verhalten kann. 2) wird eliminiert, weil sie davon keine Rechenschaft geben kann, worauf sie selber grfndet. Diese Behauptung wird deutlicher, wenn wir uns den Analytica posteriora zuwenden, auf die Aristoteles selber in der Nikomachischen Ethik VI 3 hinweist. In den Analytica posteriora 1 3 berichtet Aristoteles über die beiden in Bezug zu seinem Standpunkt falschen Meinungen von der ÈJtLOt??T]. Zwar teilen beiden Meinungen richtigerweise mit Aristoteles die Anschauung, dass die ?3TLCYT?R'q ein diskursives Verm6gen, genauer gesagt, eine ltn66Et- sei. Diese ist eine bestimmte Art des Syllogismus, die zur wissenschaft- lichen Erkenntnis fuhrt. Falsch sind sie jedoch, weil sie der ?7tLaT?[tq auch die Aufgabe http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Phronesis Brill

Aristoteles über den Ursprung wissenschaftlicher Erkenntnis

Phronesis , Volume 32 (1-3): 188 – Jan 1, 1987

Loading next page...
 
/lp/brill/aristoteles-ber-den-ursprung-wissenschaftlicher-erkenntnis-c2Q8nwc1N8
Publisher
Brill
Copyright
© 1987 Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0031-8868
eISSN
1568-5284
D.O.I.
10.1163/156852887X00091
Publisher site
See Article on Publisher Site

Abstract

188 Aristoteles über den Ursprung wissenschaft- licher Erkenntnis MORIMICHI KATO I In der Nikomachischen Ethik VI 6 fragt Aristoteles, welche dianoetische Tugend fur die Gewinnung des Prinzips des wissenschaftlich Erkennbaren (fin ltgxfi 101) ?7tLOTTITO'O) zustandig sei. Um das Gesuchte zu finden, wendet er das von ihm allgemein bevorzugte Eliminationsverfahren an. So werden aus den vier sogenannten intellectuellen Tugenden - cpeovrla?5 (sittliche Einsicht), £nialfiyq (wissenschaftliche Erkenntnis), (io(pca (Wei- sheit) und vov5 (den wir jetzt unfbersetzt lassen) - die ersten drei als ungeeignet eliminiert. 1) Og6vqaig wird eliminiert, weil sie sich auf das bezieht, was sich anders verhalten kann. 2) wird eliminiert, weil sie davon keine Rechenschaft geben kann, worauf sie selber grfndet. Diese Behauptung wird deutlicher, wenn wir uns den Analytica posteriora zuwenden, auf die Aristoteles selber in der Nikomachischen Ethik VI 3 hinweist. In den Analytica posteriora 1 3 berichtet Aristoteles über die beiden in Bezug zu seinem Standpunkt falschen Meinungen von der ÈJtLOt??T]. Zwar teilen beiden Meinungen richtigerweise mit Aristoteles die Anschauung, dass die ?3TLCYT?R'q ein diskursives Verm6gen, genauer gesagt, eine ltn66Et- sei. Diese ist eine bestimmte Art des Syllogismus, die zur wissenschaft- lichen Erkenntnis fuhrt. Falsch sind sie jedoch, weil sie der ?7tLaT?[tq auch die Aufgabe

Journal

PhronesisBrill

Published: Jan 1, 1987

There are no references for this article.

You’re reading a free preview. Subscribe to read the entire article.


DeepDyve is your
personal research library

It’s your single place to instantly
discover and read the research
that matters to you.

Enjoy affordable access to
over 18 million articles from more than
15,000 peer-reviewed journals.

All for just $49/month

Explore the DeepDyve Library

Search

Query the DeepDyve database, plus search all of PubMed and Google Scholar seamlessly

Organize

Save any article or search result from DeepDyve, PubMed, and Google Scholar... all in one place.

Access

Get unlimited, online access to over 18 million full-text articles from more than 15,000 scientific journals.

Your journals are on DeepDyve

Read from thousands of the leading scholarly journals from SpringerNature, Elsevier, Wiley-Blackwell, Oxford University Press and more.

All the latest content is available, no embargo periods.

See the journals in your area

DeepDyve

Freelancer

DeepDyve

Pro

Price

FREE

$49/month
$360/year

Save searches from
Google Scholar,
PubMed

Create lists to
organize your research

Export lists, citations

Read DeepDyve articles

Abstract access only

Unlimited access to over
18 million full-text articles

Print

20 pages / month

PDF Discount

20% off