ALLEGORIE UND ALLERGIE: Bemerkungen zur Diskussion um Benjamins Trauerspielbuch in der Barockforschung

ALLEGORIE UND ALLERGIE: Bemerkungen zur Diskussion um Benjamins Trauerspielbuch in der... Uwe Steiner ALLEGORIE UND ALLERGIE Bemerkungen zur Diskussion urn Benjamins Trauerspielbuch in der Barockforschung "Ohne Harte geht es bei keiner Auslegung, geschweige denn der theologischen ab". Mit dieser Einsicht dfirfte Walter Benjamin einer in weiten Kreisen der germanistischen Barockphilologie verbreiteten und zudem wenig wohlwollenden Kritik an seiner Auslegung des barocken Trauerspiels unfreiwillig Ausdruck verliehen haben. Benjamins Einsicht ist aber weder in eigener Sache ausgesprochen, noch gilt sie vorbehaltlos affirmativ. Die Auslegung konne "die dichterische Ffigung sprengen, urn so zu machtigeren Grundgehalten vorzustoBen und doch zugleich dem Text im Wortkern die fruchtbarste Entfaltung angedeihen zu lassen; sie kann theologisch sein, ohne die Philologie darum preiszugeben". Und eben wegen ihrer "entschlossene(n) Vernachlassigung einer profanen - d.i. eigentlichen -Vergilphilologie" muB sich die Vergil-Deutung Theodor Haeckers in der Rezension Benjamins aus dem Jahre 1932 einen "gewa1Witig(en)" Umgang mit ihrem Gegenstand vorwerfen lassen. 1 Demgegenfiber meinte Benjamin in seiner Habilitationsschrift fiber den Ursprung des deutschen Trauerspie/s unter Beweis gestellt zu haben, daB die zwar nicht theologische, wohl aber "metaphysische Grundrichtung" seiner Forschung mit der "strenge(n) Beob1. Siimtl. Walter Benjamin: Privilegiertes Denken. Zu Theodor Haeckers "Vergil" (Rezension 1932). In: Walter Benjamin. Gesammelte Schriften. Unter Mitwirkung von Theodor W. Adorno und Gershom Scholem herausgegeben von http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Daphnis Brill

ALLEGORIE UND ALLERGIE: Bemerkungen zur Diskussion um Benjamins Trauerspielbuch in der Barockforschung

Daphnis, Volume 18 (4): 641 – Mar 30, 1989

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Brill
Copyright
© Copyright 1989 by Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0300-693X
eISSN
1879-6583
D.O.I.
10.1163/18796583-90000474
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Abstract

Uwe Steiner ALLEGORIE UND ALLERGIE Bemerkungen zur Diskussion urn Benjamins Trauerspielbuch in der Barockforschung "Ohne Harte geht es bei keiner Auslegung, geschweige denn der theologischen ab". Mit dieser Einsicht dfirfte Walter Benjamin einer in weiten Kreisen der germanistischen Barockphilologie verbreiteten und zudem wenig wohlwollenden Kritik an seiner Auslegung des barocken Trauerspiels unfreiwillig Ausdruck verliehen haben. Benjamins Einsicht ist aber weder in eigener Sache ausgesprochen, noch gilt sie vorbehaltlos affirmativ. Die Auslegung konne "die dichterische Ffigung sprengen, urn so zu machtigeren Grundgehalten vorzustoBen und doch zugleich dem Text im Wortkern die fruchtbarste Entfaltung angedeihen zu lassen; sie kann theologisch sein, ohne die Philologie darum preiszugeben". Und eben wegen ihrer "entschlossene(n) Vernachlassigung einer profanen - d.i. eigentlichen -Vergilphilologie" muB sich die Vergil-Deutung Theodor Haeckers in der Rezension Benjamins aus dem Jahre 1932 einen "gewa1Witig(en)" Umgang mit ihrem Gegenstand vorwerfen lassen. 1 Demgegenfiber meinte Benjamin in seiner Habilitationsschrift fiber den Ursprung des deutschen Trauerspie/s unter Beweis gestellt zu haben, daB die zwar nicht theologische, wohl aber "metaphysische Grundrichtung" seiner Forschung mit der "strenge(n) Beob1. Siimtl. Walter Benjamin: Privilegiertes Denken. Zu Theodor Haeckers "Vergil" (Rezension 1932). In: Walter Benjamin. Gesammelte Schriften. Unter Mitwirkung von Theodor W. Adorno und Gershom Scholem herausgegeben von

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Published: Mar 30, 1989

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