Alfons Kirchgässner - Horst Bühler: Interkommunion in Diskussion und Praxis. Eine Dokumentation, Patmos-Verlag, Düsseldorf 1971, 164 pp

Alfons Kirchgässner - Horst Bühler: Interkommunion in Diskussion und Praxis. Eine... 279 Buchbesprechungen Alfons Kirchgässner - Horst Bühler: Interkommunion in Diskussion und Praxis. Eine Dokumentation, Patmos-Verlag, Düsseldorf 1971, 164 pp. Das okumenische Pfingsttreffen in Augsburg 1971 hat in der Z3ffentlichkeit den Wunsch nicht weniger konfessionell getrennter Christen dokumentiert, das Abend- mahl gemeinsam zu feiern. Von der Interkommunion muf3 das dogmatisdh heikle Problem der gemeinsamen Zelebration unterschieden werden, bei der Geistliche verschiedener Konfessionen bei gelegentlichen Zusammenkiinften von Gliedern ihrer Kirchen das Herrenmahl feiern. Man konnte folgende Begriffe unterscheiden: be- grenzte Zulassung; gegenseitige Zulassung; allgemeine Zulassung; Interzelebration als gegenseitige Anerkennung und Austausch der Amtstrager; gemeinsame Zele- bration, wie eben beschrieben; volle Abendmahlsgemeinschaft. Interessant waren mir die Voten von Hans Kfng ("Die Ablehnung einer solchen Interkommunion unter Berufung auf die kanonische Ungültigkeit des kirchlichen Amtes im Blick auf die Ordination des niditkatholischen Geistlichen ist unhaltbar", S. 91) und Walter Kasper (S. 109 f.). Die katholische Auffassung vom Amt scheint danach nicht mehr allgemein als unubersteigbares Hindernis bei der Verwirklichung voller Abendmahlsgemeinschaft unter den getrennten Christen angesehen zu werden. Wenn dem so ist, hat das ekklesiologische Folgen unabsehbaren Ausmai3es, denn worin sollte dann noch der Grund fiir die Versagung voller Kirchengemeinschaft gesehen werden? So stoi3t das kleine Bandchen manche Fragen kraftig an, die nur kanonische Spitzfindigkeit nicht wahrhaben will oder allzu grof3e dogmatische Bedenklichkeit abwertet. Friedrich Wilhelm Kantzenbach Buchbesprechungen Günter Saltin: Impulse zur Freiheit, Initiativen der Solidaritätsgruppen, Patmos- Verlag Düsseldorf, 171 pp. An dem Dokumentationsband haben sieben Autoren mitgearbeitet und im Auf- trag der Arbeitsgemeinschaft von Priestergruppen in der BRD wurde er von G. Saltin, Saarbrucken, herausgegeben. Er spiegelt den Diskussionsstand iiber die Themen ,Gruppenbildungen", z. B. Solidaritats- und Priestergruppen, Gemeinde- praxis, Okumene, kirchliche Strukturen, Elend der kirchlichen Berufe u. a. an- schaulich und temperamentvoll. Manches ist theologisch kaum ausgereift. Warum mussen schlichte Reformforderungen auch immer gleich mit groBen theologischen Grundsatzerklarungen verbunden werden? Die "Gruppe" war gerade nicht das Ziel Jesu (zu S. 21 f.), wenn es in der Kirche auch immer Gruppen gegeben hat und zu ihrem Heil immer geben sollte. Am interessantesten liest sich ein Briefwechsel zwischen Karl Rahner und Klaus Schafer. Rahner vermutet bei den ,,Gruppen" einen zu einseitigen soziologis?en Trend. Eine Gesellschaft X (Kirche genannt) wolle eine Gesellschaft Y (die ziemlich unbekannt bleibe) verwandeln. Schafer verteidigt demgegenüber die theologische Begr3ndung der reformeri- schen Initiativen der Priestergruppen. Insgesamt gewinnt man bei der Lektüre des Bandchens den Eindruck, daB nicht Krach geschlagen werden soll in der Kirche, sondern daB Neues heranreifE und sich trotz aller Widerstande durchsetzt. Inso- fern ist die Beschaftigung mit dieser Dokumentation nicht nur fir Amtstrager der Kirchen von Nutzen. Friedrich Wilhelm Kantzenbach http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte Brill

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Brill
Copyright
© 1974 Koninklijke Brill NV, Leiden, The Netherlands
ISSN
0044-3441
eISSN
1570-0739
D.O.I.
10.1163/157007374X00961
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Abstract

279 Buchbesprechungen Alfons Kirchgässner - Horst Bühler: Interkommunion in Diskussion und Praxis. Eine Dokumentation, Patmos-Verlag, Düsseldorf 1971, 164 pp. Das okumenische Pfingsttreffen in Augsburg 1971 hat in der Z3ffentlichkeit den Wunsch nicht weniger konfessionell getrennter Christen dokumentiert, das Abend- mahl gemeinsam zu feiern. Von der Interkommunion muf3 das dogmatisdh heikle Problem der gemeinsamen Zelebration unterschieden werden, bei der Geistliche verschiedener Konfessionen bei gelegentlichen Zusammenkiinften von Gliedern ihrer Kirchen das Herrenmahl feiern. Man konnte folgende Begriffe unterscheiden: be- grenzte Zulassung; gegenseitige Zulassung; allgemeine Zulassung; Interzelebration als gegenseitige Anerkennung und Austausch der Amtstrager; gemeinsame Zele- bration, wie eben beschrieben; volle Abendmahlsgemeinschaft. Interessant waren mir die Voten von Hans Kfng ("Die Ablehnung einer solchen Interkommunion unter Berufung auf die kanonische Ungültigkeit des kirchlichen Amtes im Blick auf die Ordination des niditkatholischen Geistlichen ist unhaltbar", S. 91) und Walter Kasper (S. 109 f.). Die katholische Auffassung vom Amt scheint danach nicht mehr allgemein als unubersteigbares Hindernis bei der Verwirklichung voller Abendmahlsgemeinschaft unter den getrennten Christen angesehen zu werden. Wenn dem so ist, hat das ekklesiologische Folgen unabsehbaren Ausmai3es, denn worin sollte dann noch der Grund fiir die Versagung voller Kirchengemeinschaft gesehen werden? So stoi3t das kleine Bandchen manche Fragen kraftig an, die nur kanonische Spitzfindigkeit nicht wahrhaben will oder allzu grof3e dogmatische Bedenklichkeit abwertet. Friedrich Wilhelm Kantzenbach Buchbesprechungen Günter Saltin: Impulse zur Freiheit, Initiativen der Solidaritätsgruppen, Patmos- Verlag Düsseldorf, 171 pp. An dem Dokumentationsband haben sieben Autoren mitgearbeitet und im Auf- trag der Arbeitsgemeinschaft von Priestergruppen in der BRD wurde er von G. Saltin, Saarbrucken, herausgegeben. Er spiegelt den Diskussionsstand iiber die Themen ,Gruppenbildungen", z. B. Solidaritats- und Priestergruppen, Gemeinde- praxis, Okumene, kirchliche Strukturen, Elend der kirchlichen Berufe u. a. an- schaulich und temperamentvoll. Manches ist theologisch kaum ausgereift. Warum mussen schlichte Reformforderungen auch immer gleich mit groBen theologischen Grundsatzerklarungen verbunden werden? Die "Gruppe" war gerade nicht das Ziel Jesu (zu S. 21 f.), wenn es in der Kirche auch immer Gruppen gegeben hat und zu ihrem Heil immer geben sollte. Am interessantesten liest sich ein Briefwechsel zwischen Karl Rahner und Klaus Schafer. Rahner vermutet bei den ,,Gruppen" einen zu einseitigen soziologis?en Trend. Eine Gesellschaft X (Kirche genannt) wolle eine Gesellschaft Y (die ziemlich unbekannt bleibe) verwandeln. Schafer verteidigt demgegenüber die theologische Begr3ndung der reformeri- schen Initiativen der Priestergruppen. Insgesamt gewinnt man bei der Lektüre des Bandchens den Eindruck, daB nicht Krach geschlagen werden soll in der Kirche, sondern daB Neues heranreifE und sich trotz aller Widerstande durchsetzt. Inso- fern ist die Beschaftigung mit dieser Dokumentation nicht nur fir Amtstrager der Kirchen von Nutzen. Friedrich Wilhelm Kantzenbach

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Zeitschrift für Religions- und GeistesgeschichteBrill

Published: Jan 1, 1974

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