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LitStream Collection
doi: 10.1007/BF02078419pmid: 3062994
Anhand von Daten aus der Bundesrepublik Deutschland wird dargestellt und diskutiert, welche Todesursachen in erster Linie zur unterschiedlichen Sterblichkeit von Männern und Frauen beitragen. Wie in anderen Industrieländern, so liegen auch in Westdeutschland die Mortalitätsraten der Männer bei allen Haupttodesursachen, sieht man vom weiblichen Brustkrebs ab, höher als diejenigen der Frauen. Besonders eklatant sind die geschlechtsspezifischen Differenzen bei koronaren Herzerkrankungen, Lungenkrebs, Unfällen, Selbstmorden und Leberzirrhose. In den mittleren Jahrgängen (35 bis 55) liegen z.B. die altersspezifischen Mortalitätsraten der Männer beim Herzinfarkt 6 bis 7fach höher, beim Lungenkrebs 3 bis 4fach höher und bei Unfällen 4fach höher als die Mortalitätsraten der Frauen. Die Todesursachenstatistiken und die bisherigen epidemiologischen Studienergebnisse lassen darauf schliessen, dass neben der teilweise ungünstigeren genetischen Disposition der Männer, die soziale Umwelt und das individuelle Verhalten wesentlich mitverantwortlich sind für die vorzeitige Sterblichkeit. Die Ergebnisse implizieren, dass ein grosser Teil der geschlechtsspezifischen Mortalitätsdifferenzen beeinflussbar ist und nicht fatalistisch hingenommen werden muss.
doi: 10.1007/BF02078420pmid: 3213232
Swiss national cancer mortality statistics from 1951 to 1984 and survival rates from the Vaud Cancer Registry datafile over the period 1974–1980 were considered in terms of sex ratios. Overal age-standardized cancer mortality for population aged 35–64 showed only a moderate decline in males (from 230 to 221/100,000), but a substantial one in females (from 191 to 152/100,000). Mortality from most cancer sites (except gallbladder and thyroid) was persistently higher in males, the male/female ratio ranging between 1.2 for intestines, skin, brain and lympho-reticular neoplasms to about 2 for stomach or pancreas, up to 7–10 for lung and cancers related to tobacco and alcohol (mouth or pharynx, oesophagus). The sex ratio for lung cancer increased between the early 1950's and the mid 1960's, but noticeably declined thereafter, probably reflecting trends in smoking prevalence among subsequent generations of Swiss males and females. Less obvious is the substantial increase in the sex ratio for liver cancer (from 1.6 to 5.7), which was evident in younger middle age, too. Population-based cancer survival statistics indicated that for most common sites rates were appreciably higher in females than in males. Thus, better survival explains part of the advantage in cancer mortality for women. This can be related to earlier diagnosis, better compliance or responsiveness to treatment, although there is no obvious single interpretation for this generalized more favourable pattern in females.
Edye, Bettina; Ackermann-Liebrich, Ursula
doi: 10.1007/BF02078421pmid: 3213233
Reproduktive Mortalität umfasst die Sterblichkeit aufgrund von Schwangerschaft und Schwangerschaftskomplikationen sowie diejenige aufgrund der Verhütung von Schwangerschaft. Letztere Mortalität ist hauptsächlich auf die kardiovaskulären Komplikationen der oralen Kontrazeptiva zurückzuführen. Der vorliegende Artikel versucht, aufgrund der für die Schweiz erhältlichen Zahlen, dieses Risiko abzuschätzen. Es konnte gezeigt werden, dass seit 1952 die reproduktive Mortalität um etwa die Hälfte zurückgegangen ist. Dieser Rückgang betrifft in der Periode zwischen 1952–1982 die Altersgruppe der 15- bis 34jährigen gleichmässig, während die über 35jährigen seit 1962 eine Stagnation des Risikos erlebt haben. Theoretisch kann diese Stagnation auch auf die Kontrazeptiva und die Kombination von Kontrazeptiva und Rauchen zurückgeführt werden.
doi: 10.1007/BF02078422pmid: 3264978
Mit Daten der Münchner Blutdruckstudie (MBS) wurden die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Häufigkeit von Arztbesuchen, der Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen, der Anzahl eingenommener Medikamente, der Einnahme von Antihypertensiva und der Teilnahme an MBS I (1981) und II (1982) untersucht. Studienpopulation war eine Zufallsstichprobe der Münchner Bevölkerung im Alter zwischen 30 und 69 Jahren. Die Teilnahme betrug 69,3% (N=2216 Personen). Die Ergebnisse der deskriptiven Auswertungen und der multivariaten Regressionsanalysen zeigten für alle genannten Formen der Inanspruchnahme medizinischer Hilfe, mit Ausnahme der MBS-Teilnahme, statistisch signifikante Zusammenhänge zwischen Geschlecht und Verhalten. Auch nach «Kontrolle» zusätzlicher Einflussfaktoren wie Familienstand, Ausbildung, berufliche Position, körperliche Verfassung und Anzahl chronischer Krankheiten, hatten Frauen signifikant häufiger ärztliche Hilfe in Anspruch genommen und mehr Medikamente eingenommen als Männer. Die geschlechtsspezifischen Differenzen waren am grössten bei der Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen und am geringsten bei der Anzahl Arztbesuche (Odds ratio 7,7 bzw. 1,8). Sie variierten zusätzlich mit dem Alter: Je älter die Männer und Frauen, desto geringer waren die Unterschiede bei der Inanspruchnahme medizinischer Hilfe.
Meyer, Katharina; Weidemann, Hermann; Kokott, Hans; Mrazek, Joachim; Rittner, Volker
doi: 10.1007/BF02078423pmid: 3213234
In einer retrospektiven Multicenter-Studie wurden 237 Patientinnen im Mittel 3 Monate nach klinisch gesichertem 1. Herzinfarkt erfasst. Mittels standardisierter Fragebogen beantworteten die Patientinnen die Fragen zu soziobiographischen Merkmalen, zu psychosozialen Belagstungsfaktoren und Belastungsindizien sowie zum Rauchen und zur hormonalen Kontrazeption. Die Daten über die restlichen koronaren Risikofaktoren wurden den Krankenakten entnommen.
Loos, Marysa; Paccaud, Fred; Gutzwiller, Felix; Chrzanowski, Richard
doi: 10.1007/BF02078424pmid: 3213235
Un modèle de simulation des effets de l'hormonoprophylaxie substitutive (HPS) sur les fractures du fémur proximal et leurs conséquences utilise une population de 100000 femmes postménopausiques; deux scénarios de prophylaxie (HPS à vie et HPS durant 15 ans postménopausiques) sont analysés. La cohorte est soumise aux probabilités, dérivées de la littérature, de cancers (endomètre ou sein, qui sont des contre-indications à l'HPS), de fracture du fémur, de prise en charge, et de décès. Une HPS à vie permet d'éviter 55,5% des fractures du fémur proximal. 22,6% de personnes-années de prise en charge par des soins à domicile, et 4,4% par des institutionnalisations. Pour une HPS durant 15 ans, ces résultats sont de 15,5%, 10% et 2,2% respectivement. Un léger gain en espérance de vie est observé pour chaque durée de prophylaxie. Le déficit net est de 222 mio SFr. pour une HPS à vie (rapport coût/bénéfice: 1.25), et de 153 mio SFr. pour une HPS de 15 ans (coût/bénéfice: 1.42).
doi: 10.1007/BF02078425pmid: 3213236
Die Beantwortung der Frage, ob vom Arzt den beiden Geschlechtern inbezug auf Diagnose und Therapie eine unterschiedliche, vielleicht sogar geschlechtsspezifische Behandlung zuteil wird, war Ziel unserer Untersuchung an der Medizinischen Universitäts-Poliklinik mit einem damaligen Ärztebestand von 13 männlichen Assistenten. Dazu wurden bei je 25 Patientinnen und Patienten, die mit Haupt-Symptom Bauchschmerzen die Medizinische Universitäts-Poliklinik aufsuchten, das Erheben der Anamnese, die physikalische Untersuchung, der diagnostische und therapeutische Aufwand insgesamt analysiert. Gleichzeitig wurde ohne Wissen der Assistenten die Zeitdauer für die erste Konsultation und die Zahl der Nachkontrollen registriert.
Maschewsky-Schneider, Ulrike; Greiser, Eberhard; Helmert, Uwe
doi: 10.1007/BF02078426pmid: 3213237
Frauen leben länger als Männer — sind sie auch gesünder, leben sie besser als Männer? Anhand von Daten zur Morbidität wird gezeigt, dass Männer und Frauen unterschiedlich krank sind. Die längere Lebenserwartung der Frauen ist kein Indikator für gesünderes oder besseres Leben. Frauen fühlen sich subjektiv stärker gesundheitlich beeinträchtigt als Männer (Indikatoren u.a.: Beschwerden, alltägliche Behinderungen. Medikamentengebrauch). Die objektiven Daten zur Morbidität sind methodisch unzureichend, deuten aber ebenfalls auf eine starke gesundheitliche Beeinträchtigung der Frauen hin (gemessen an: Arztbesuchen, subjektiven Aussagen zu Erkrankungen im Lebensverlauf). Epidemiologisch konnte die These biologischer Schutzfaktoren der Frauen bisher nicht eindeutig beoder widerlegt werden. Frauen zeigen aber deutlich ein besseres Gesundheitsverhalten als Männer, zumindest im Hinblick auf die KHK-Risikofaktoren. Clusteranalysen der ersten Bremer Gesundheitssurveydaten zeigen, dass sich nach Risikostatus und Gesundheitsverhalten vier unterschiedlich stark beeinträchtigte Gruppen von Frauen ergeben. Die am stärksten beeinträchtigte ist gleichzeitig auch durch soziale Faktoren belastet. Für die weitere frauenspezifische Forschung ist die Fortführung epidemiologischer Analysen notwendig, aber auch qualitative und theoretische Forschung über Frauen und Gesundheit sind notwendig.
doi: 10.1007/BF02078427pmid: 3213238
A Partir d'une enquête de population dans le canton de Vaud, portant sur l'auto-examen des seins (AES) et les attitudes à son égard, il est mis en évidence quelques aspects particuliers du rapport de la femme avec la prévention et avec les médecins, en utilisant le riche matériel fourni par les questions ouvertes. Des données inédites de cette enquête sont rapportées, concernant la gêne par rapport a l'examen des seins fait par les médecins, l'importance du sexe du médecin dans le domaine de la prévention du cancer du sein, la conception personnelle de la prévention en général et de l'AES en particulier. La place spécifique de l'AES dans la prévention est commentée, à la fois prévention secondaire et geste autonome effectué par la femme elle-même. Une comparaison est faite avec la prévention du cancer des testicules chez l'homme, en s'interrogeant sur la place particulière du corps féminin dans la médecine. En conclusion, est relevée l'importance de reconnaître la position subjective du patient, du médecin ou du chercheur, dans des domaines liés à la sexualité.
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