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LitStream Collection
doi: 10.1007/BF02104637pmid: N/A
Die Grundgebirgsstruktur in Nordwestdeutschland wird von regionalen Horst- und Grabenschollen gebildet, die seit dem späten Karbon (Stephan) aktiv sind, möglicherweise sogar seit dem Kambrium. Die Streichrichtungen dieser Grundgebirgseinheiten sind im Regelfall senkrecht zur Streichrichtung des variszischen Orogens im Süden (aktiver Kontinentalrand) sowie senkrecht zur Streichrichtung des kaledonischen passiven Kontinentalrandes in Dänemark im Norden. Ausnahmen zu diesen regionalen Richtungen wurden durch kimmerische (mesozoische) und tertiäre Deformationen verursacht. Mächtigkeits- und Faziesverteilungen paläozoischer bis tertiärer Sedimente sind eng mit relativen syn-sedimentären Bewegungen von Grundgebirgsschollen verbunden.
doi: 10.1007/BF02104638pmid: N/A
Anhand einer Zusammenstellung lithologischer und struktureller Beweise läßt sich ein Modell aufstellen für die sveconorwegische Orogenese (1200-850 Mio. J.). Aus der Analyse ergibt sich ein nord—südlicher Trend des orogenen Gürtels mit dazu längs verlaufender Zonierung. Die westliche Kernzone wird gekennzeichnet durch synkinematische Intrusionen, die durch sie bewirkte krustale Zunahme leitet über in die zentrale Zone, die im wesentlichen aus umgewandelten Grundgebirgsgneisen besteht mit wenigen Intrusiva und Metasedimenten. Die östliche Randzone umfaßt Serien von — im wesentlichen prä-sveconorwegischen — Haupt-Einheiten, die durch Aufschiebungen voneinander getrennt sind und die gegen Osten von der frontalen, sveconorwegischen Aufschiebung begrenzt werden. Die von Ablagerungen früherer epikratoner Stadien überdauerte Grabenbildung im Telemarkgebiet markiert den Beginn der sveconorwegischen Aktivitäten vor ungefähr 1190 Mio. Jahren. Die folgende orogene, mit lithosphärischer Subduktion verbundene Entwicklung zeigt enge Faltung um N—S-Achsen mit steilstehenden Achsenebenen im Westen und nach Osten zunehmend weitere NW—SE-Faltung mit leicht östlicher Vergenz. Metamorphe Reaktionen lassen auf niedrige Drucke bei gleichzeitig hohen Temperaturen schließen und damit auf eine hohe geothermische Tiefenstufe, d. h. auf eine krustale Entwicklung im variszischen Stil als Ergebnis einer Plattenkollision vom Cordilleren-Typus.
Barbey, P.; Convert, J.; Martin, H.; Moreau, B.; Capdevila, R.; Hameurt, J.
doi: 10.1007/BF02104639pmid: N/A
Die archaische Kruste von Lapland (Fennoscandia) besteht von Nord nach Süd aus vier Einheiten: (1) der Inarijärvi-Kern, ein alter Grundgebirgskomplex mit Gneisen und Grünschiefem; (2) der Granulit-Gürtel mit mächtigen terrigenen Metasedimenten, in die kleine Kalkalkaliplutone intrudierten; (3) der Tana-Gürtel, der aus tholeiitischen Metavulkaniten besteht; (4) eine Gruppe von Gneisdomen, die von jüngeren Grünschieferzonen umgeben werden.
Deramond, Joachim; Joseph, Jean; Majeste-Menjoulas, Claude; Mirouse, Raymond
doi: 10.1007/BF02104640pmid: N/A
Die Gavarnie-Decke besteht aus paläozoischen, ober-kretazischen und eozänen Gesteinen. Sie liegt auf einem autochthonen, aus metamorphen Formationen (Migmatiten, Glimmerschiefern) und ihrer Hülle zusammengestellten Block. Die Einwanderung der Decke nahm während der pyrenäneischen Orogenese statt. Die Geometrie der verschiedenen Deformationen dieses Komplexes wird studiert. Die Chronologie dieser Deformationen, wie auch der Unterschied zwischen pyrenäischen und variszischen Deformation ist festgestellt. Diese Decke wird mit anderen mechanisch gut bekannten Aufschiebungsstrukturen verglichen.
doi: 10.1007/BF02104641pmid: N/A
Im Judikarien-System wurde entlang von drei Profilen die magnetische Struktur (magnetic fabric) einer großen Anzahl von Aufschlüssen untersucht, um weitere Informationen über Art und Bewegung entlang der Linie zu finden. Dazu wird eine Methode der Analyse von magnetischen Strukturdaten vorgestellt, die zur Feststellung des Bewegungssinnes entlang einer Störungszone benützt werden kann. Zwei Profile, die sub-parallel zur Judikarien-Line verliefen, zeigen die Linie als sehr stark kompressionelle Scher-Zone, mit einem generellen sinistralen Bewegungssinn. Das dritte Profil in der Bozener Vulkanitserie zeigt primär eine Lavaflußstruktur, die durch eine Alpidische Kompression schwach überprägt wurde.
doi: 10.1007/BF02104642pmid: N/A
Im Gebiet des Gruben- und des Aerlengletschers im Oberhasli (Zentrales Aarmassiv, Schweiz) ist ein präherzynischer Altkristallinkeil aufgeschlossen, der im N und S vom herzynischen Mittagfluhbzw. Zentralen Aaregranit begrenzt wird. Die Gesteine des zur Nördlichen Schieferhülle zu zählenden Altkristallins umfassen weitgehend Biotit-Plagioklas-Gneise meist migmatitischer Natur mit Amphibolit-Einlagerungen und jüngeren Aplitstöcken, die aber noch prä-aaregranitisches Alter haben. Die Amphibolite sind stark in Schollen zerlegt und von pegmatitischem Substrat umgeben, welches als Produkt von unter Stress mobilisierten Gneisanteilen angesehen wird, die in Zonen niedrigeren Druckes wieder rekristallisierten. Dabei reagierten Amphibolite und Mobilisate, was zur Biotitisierung der Amphibole führte. Der Chemismus der neu entstandenen Biotite widerspiegelt den Chemismus der umgewandelten Amphibole und unterscheidet sich von demjenigen der Biotite aus den umliegenden Gneisen. Die Plagioklase des pegmatitischen Neosoms sind durch die Zufuhr des bei der Biotitisierung der Amphibole freigewordenen Calciums etwas An-reicher geworden als diejenigen aus den Biotit-Plagioklas-Gneisen.
doi: 10.1007/BF02104643pmid: N/A
Ausgedehnte Granodiorit- und Granitmagmen intrudierten am Südrand des Rhodope-Massivs (Symvolongebirge und Kavala-Gebiet, Nordgriechenland) syntektonisch in bezug auf eine Formung, die durch überwiegend flach nach NE bis ENE tauchende Faltungs- und Scherungsachsen gekennzeichnet ist (B2-Tektonik). Die metamorphen Hüllgesteine wurden von der B2-Tektonik ebenfalls kräftig erfaßt. Ihr älteres Gefüge, das durch mittelsteil nach NNW tauchende B1-Achsen bestimmt war, kommt daher nur noch reliktisch vor. Der Mineralbestand sowohl der Magmatite als auch ihres metamorphen Rahmens wurde im Zuge der B2-Tektonik retrograd metamorph umgewandelt.
doi: 10.1007/BF02104644pmid: N/A
Die Herstellung der internationalen Karte der regionalmetamorphen Zonen Afrikas hat eine Anzahl wichtiger Trends in Bezug auf regionalen Metamorphismus, der sich über Afrika erstreckenden orogenen Gürtel, aufgezeigt. Verhältnismäßig unkomplizierter, systematischer Metamorphoseablauf in einigen Gürteln stehen in scharfem Kontrast zu polyzyklischen Metamorphismus in anderen. Die Weiterbeanspruchung eines älteren sialischen Grundstratums und die Entstehung von Granuliten werden im allgemeinen in vielen Gürtel beobachtet. Archaische Kratone zeigen granitartige Charakteristiken und hohen thermalen Metamorphismus in ihrer Umgebung unter verhältnismäßig niedrigem Druck. In spät-praekambrischen Gürteln war regionaler Metamorphismus öfters von mittleren Drucken begleitet.
doi: 10.1007/BF02104645pmid: N/A
Die Entwicklung der Präriftauswölbung und des Vulkanismus in Ostafrika ist eng verbunden mit einer Mantel-Plume-Aktivität während zwei (möglicherweise drei) stabiler Perioden in der Plattenbewegung: vor 80 Mio Jahren, zwischen 60 und 35 Mio Jahren und zwischen 20–14 Mio Jahren. Volumen und Zusammensetzung der Vulkanite hängen von der Länge der stabilen Periode ab. Subalkali-Basalte erscheinen nur während längerer stabiler Perioden, während in kürzeren stabilen Perioden nur Alkalimagmen entstehen. Die generelle Tendenz der Entwicklung der Prärift-Vulkanite verläuft von alkalisch zu einem übergangstyp und dann wieder zurück zu Alkali-Basalten.
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