Bau und Kerngrösse des Tectum opticum vonGallus domesticus L. bei Angeborener Einseitiger Mikrophthalmie und AnophthalmiePflugfelder, Otto
doi: 10.1007/BF00576733pmid: N/A
1.
Mikrophthalmie und Anophthalmie des Haushuhns haben dieselben Wirkungen auf die Gestalt des visceralen Schädelteils: starke Abbiegung des Oberschnabels nach der mißgebildeten Seite hin und Verkleinerung der gleichseitigen Nasenregion.
2.
Das Tectum opticum der der Augenmißbildung gegenüberliegenden Seite ist wesentlich schwächer entwickelt als das der andern Seite.
3.
Die peripheren Schichten des Tectum opticum werden durch die Augenmißbildung stärker betroffen als die zentralen. Volumetrische Untersuchungen an den Zellkernen der Außenschicht, der Hauptschicht und den großen inneren Ganglienzellen ergaben, daß die Volumina der Regelzellkerne generell verkleinert wurden, daß aber die verschiedenen Zelltypen in verschiedenem Grade betroffen sind. Die Kernvolumina gleicher Zelltypen zeigen bei Mikrophthalmie und Anophthalmie keine signifikanten Unterschiede. Die Differenzierung des Tectum opticum erfolgt unabhängig von der Augenanlage. Lediglich die Kern- und Zellgröße wird durch die vom intakten Auge kommenden Reize beeinflußt.
4.
Bei Mikrophthalmie erscheint der Skleraknorpel im Vergleich zur Retina viel zu groß, doch dürfte die Gesamtoberfläche des stark gefalteten Pigmentepithels der Größe des Sklerabechers entsprechen.
5.
Bei Augen, bei welchen die Einstülpung der Retina unterblieb, wird nur das Pigmentepithel von Skleraknorpel umgeben. Auch bei fehlender Retina wird offensichtlich durch das Pigmentepithel die Bildung von Skleraknorpel induziert.
6.
Die Größe der Luise scheint in einer gewissen Beziehung zur Größe der Retinareste zu stehen.
Weiteres zur Regeneration der Opercula vonHydroides norvegica (Gunn.)Ludwig, Herbert
doi: 10.1007/BF00576735pmid: N/A
1.
Hydroides norvegica besitzt ein funktionelles (Op) und ein rudimentäres Operculum (Op0). Nach Verlust oder Verletzung des Op wächst das Op0 zu einem neuen Op aus; auf der Verlustseite entsteht ein Op0. Diese Asymmetrieumkehr nennt man „kompensatorische Regeneration“.
2.
Die Regeneration eines Rechts-Operculums wird durch Homogenat aus Links-Opercula gehemmt, die eines Links-Operculums durch Homogenat aus Rechts-Opercula. Im gleichnamigen Homogenat werden die Opercula nicht beeinflußt. Homogenate aus Kiemen zeigen keine spezifische Hemmwirkung.
3.
Die hemmende Wirkung des Homogenate steigt mit deren Konzentration und beeinflußt offenbar hauptsächlich die erste Phase der Regeneration.
4.
Diese Ergebnisse stützen die Theorie W.Ludwigs von der Wechselwirkung antagonistischer, seitenspezifischer Agentia bei der kompensatorischen Regeneration. Die Theorien von Zeleny und Abeloos müssen angelehnt werden.