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LitStream Collection
doi: 10.1007/BF00573727pmid: N/A
1. Die vorliegende Arbeit hatte zum Ziel, Aufschluß über ein gesetz-mäßiges Wachstum und die funktionellen Größenänderungen von Kern-körperchen zu erhalten. In folgenden Geweben wurden die Kern- und Nucleolengrößen gemessen und statistisch ausgewertet: Normale Ratten-leber und Rattenleber nach partieller Hepatektomie, Zwiebelwurzel und Wachstumszone (Meristem) der Zwiebelwurzelspitze, laktierende Brust-drüse und apokrine Achseldrüsen sowie Spinalganglienzellen und Epithel des Ductus epididymidis des Menschen. 2. In Übereinstimmung mit einem früher vonFischer erhobenen Befund, konnte bei allen hier untersuchten Geweben ein rhythmisches Verdoppelungswachstum der Kernkörperchen festgestellt werden. Die Kernkörperchenklassen werden zur Unterscheidung von dem durchJacobj eingeführten Kernklassensymbol (K), mit dem Symbol „Kk“ (Kernkörperchenklasse) bezeichnet. 3. Das rhythmische Verdoppelungswachstum der Kernkörperchen erfolgt eigengesetzlich und ist nicht, wieHeidenhain folgerte, mit dem rhythmischen Verdoppelungswachstum der Kerne gekoppelt. Die Protomerentheorie behält dagegen ihre Gültigkeit, wenn man den Nucleolus als selbständig vermehrungsfähige Einheit ansieht. Die Annahme eines eigengesetzlichen Verdoppelungswachstums der Nucleolen stützt sich auf die Streuung, die im Vergleich zu den Kernen stets größere Werte aufweist, auf das wechselhafte Verhalten der Nucleolar-Kernrelation und auf die niedrigen Werte für das Bestimmtheitsmaß. 4. Funktionelle Volumenschwankungen der Kernkörperchen vollziehen sich im allgemeinen gleichfalls in Größen, die den Werten einer geometrischen Verdoppelungsreihe entsprechen. 5. Das Volumen einzelner Kernkörperchengipfel kann von den rhythmischen Verdoppelungswerten abweichen. Folgende Abweichungen werden beschrieben und ihre Entstehung zu deuten versucht: a) Eine Rechtsverschiebung ganzer Nucleolenmaxima nach höheren, zwischenklassigen Volumenwerten kann auf eine Hydratation der Nucleolarsubstanz zurückgeführt werden, wenn in den betroffenen Kern-körperchen Vakuolen nachweisbar sind. Die Hydratation betrifft Kernkörperchen im Funktionsformwechsel, sie wäre aber auch im Beginn des Teilungsformwechsels zu erwarten. Eine Rechtsverschiebung kann aber auch durch das Nachwachsen von Nucleolengruppen während der endomitotischen Zellvergrößerung erklärt werden. b) Die Spaltung eines Maximums in einen Vor- und in einen Nachgipfel findet sich bei Geweben mit erhöhtem Mitose-Index. Ob es sich dabei um eine charakteristische Auswirkung von Volumenschwankungen der Nucleolen während des intermitotischen Wachstums handelt, kann auf Grund des untersuchten Materials nicht entschieden werden.
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