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LitStream Collection
doi: 10.1007/BF01977810pmid: N/A
Bei Kaninchen, Meerschweinchen und Ratten waren mit lange Zeit fortgesetzten Gaben von meist 1000 und 2000 Ratteneinheiten standardisierten Vigantols, in einem Versuch auch mit Vigantolpastillen bei einer Rattenfamilie, an den behandelten Muttertieren und an ihrer unbehandelten Nachkommenschaft Veränderungen der Zähne, Knochen und des Gefäßsystemsnicht zu erzielen. Eine Ursache für das Ausbleiben der zu erwartenden Schäden ist nicht eindeutig klarzulegen.
Domagk, Gerhard; Dobeneck, Paul
doi: 10.1007/BF01977815pmid: N/A
1. Außer der starken Gewichtsabnahme sowie der Empfänglichkeit für Infektionen zeigen Vitamin A-frei ernährte Tiere typische Veränderungen im Bereich der Plattenepithelien. Es handelt sich um atrophische und degenerative Prozesse, einhergehend mit einer pathologischen Verhornung. Diese Vorgänge spielen sich hauptsächlich ab an der Hornhaut des Auges, an der Vagina, am Rattenvormagen usw. An Schleimhäuten, die kein Plattenepithel besitzen, kann es zu einer metaplastischen Umwandlung in verhornendes Epithel kommen. 2. Bei Vitamin A-Überdosierung kommt es bei Versuchstieren —besonders ausgesprochen bei Ratten — zu einer elektiven Verfettung des Reticuloendothels, besonders derKupfferschen Sternzellen in der Leber, ferner zu einer Verfettung der Pulpazellen der Milz, sowie zu einer Verfettung der Capillarendothelien in Niere, Lunge usw. 3. Das Vitamin A besitzt für den Fettstoffwechsel eine besondere Bedeutung. Bei peroraler Verabreichung Vitamin A-haltiger Öle kommt es zu einer wesentlich stärkeren Resorption des dargereichten Öles als bei Verabreichung gleicher Ölmengen ohne Vitamin A. Bei starker Vitamin A-Überdosierung kommt es zu einer Lipämie und der schon erwähnten charakteristischen Endothelverfettung, außerdem zum Teil auch zu einer vermehrten Fettspeicherung in den parenchymatösen Organen, z. B. der Leber. In fast analoger Weise, wie das Vitamin D eine Beeinflussung des Kalkstoffwechsels zeigt, scheint das Vitamin Abesondere Affinitäten zum Fettstoffwechsel aufzuweisen. 4. Während bei Vitamin A-Mangel die hyperkeratotischen Prozesse im Bereich des Plattenepithels im Vordergrund der morphologischen Veränderungen stehen, tritt nach Vitaminzufuhr in kleinsten Dosen rasch der Zustand der normalen Verhornung wieder ein; bei Vitamin A-Überdosierung verjüngt sich das Plattenepithel immer mehr, es wird zellreicher, schließlich kommt es zur Ausbildung eines ganz jungen, nicht mehr verhornten Plattenepithels. 5. Es werden die therapeutischen Aussichten für die Vitamin A-Verabreichung zur Diskussion gestellt: a) bei Infektionskrankheiten, b) bei pathologischen Verhornungsprozessen und Alterserscheinungen der Haut. 6. Gewarnt wird vor einer unkontrollierbaren Überdosierung des Vitamin A, da eine Hypervitaminose auch nach Vitamin A-Überdosierung möglich ist, allerdings erst nach sehr großen Dosen. Für therapeutische Versuche sollte nur ein standardisiertes Vitamin A-Präparat Verwendung finden.
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