journal article
LitStream Collection
Über den Einbruch miliarer Tuberkel in die Lungengefäße
2005 Virchows Archiv
doi: 10.1007/BF01989650pmid: N/A
1. Es gibt Fälle von Miliartuberkulose, bei denen Einbrüche miliarer extravaskulärer Herde in die Gefäße der Lungen so zahlreich sind, daß sie der miliaren Lungentuberkulose ein ganz charakteristisches Gepräge verleihen. 2. Die bei weitem überwiegende Mehrzahl der miliaren Gefäßherde in diesen Fällen ist von außen durch Einwachsen entstanden, nur der kleinere Teil erweist sich seinem histologischen Verhalten nach als primäre intimale Tuberkel. 3. Die Einbrüche kommen zum größeren Teil in den kleinen Lungenvenen vor; auch primäre Intimatuberkel sind in den Venen häufiger anzutreffen als in Arterien, liegen indes vorwiegend in Gefäßen größeren Kalibers, also stromabwärts von den Stellen, wo sich die Einbrüche lokalisieren. 4. Durch ihre Beschaffenheit sind diese intravaskulären Herde geeignet, an das Blut leicht Bazillen abzugeben, wodurch sie bei ihrer großen Zahl zu einer schnellen Verbreitung der Miliartuberkulose im Körper beitragen können. 5. Durch Verlegung zahlreicher Gefäße sind sie imstande den Lungenkreislauf in kurzer Zeit erheblich einzuengen. 7. In manchen Fällen von Miliartuberkulose werden die miliaren Gefäßherde vermißt, ihr Vorkommen ist somit kein konstantes.