Über die Unterscheidung von zwei Lymphocytentypen im PhasenkontrastmikroskopGrundmann, E.
doi: 10.1007/BF00968566pmid: 13648010
Kleine Stücke lebensfrisch entnommener lymphatischer Gewebe von verschiedenen Laboratoriumsnagetieren werden in unterschiedlichen Einschlußflüssigkeiten phasenkontrastmikroskopisch untersucht, und zwar in 10%iger Rohrzuckerlösung (in Aqua dest. sowie in Leitungswasser) im Gemisch mit 0,9%iger oder mit molarer NaCl-Lösung sowie in einer Alkohol-Eisessig-Mischung. Das Bild der Lymphocyten ist von dem jeweiligen Medium abhängig und für dieses weitgehend spezifisch. Alle Präparationsmethoden, die Einzelheiten der Kernstrukturen, mindestens die Nucleolen darstellen, erlauben eine Differenzierung der Lymphocyten in einen großnucleolären und in einen multinucleolären Typ. In Analogie zu Befunden an Schnittpräparaten werden die einen als Follikel-Lymphocyten, die anderen als Sinuslymphocyten angesprochen. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal bietet das Cytoplasma, das bei der großnucleolären Form nur relativ wenige Granula besitzt, die unter der quellenden Wirkung von Zuckerlösungen rascher und vollständiger zerstört werden als die vielen, dicht liegenden Granula der multinucleolären Sinuslymphocyten.
Modellversuche zur Histochemie silberreduzierender SubstrateRatzenhofer, M.; Lembeck, F.
doi: 10.1007/BF00968570pmid: 13648014
1.
Vier Substanzen, die in vitro ammoniakalische Silberlösung reduzieren, nämlich Adrenalin, Noradrenalin, Ascorbinsäure und Hydroxytryptamin wurden im Modellversuch den bei der Versilberung nachMasson-Hamlerl gegebenen Bedingungen unterzogen, wobei zunächst die Wirkung des Formaldehyds eingehend studiert wurde.
2.
Die der Versilberung vorangehende Einwirkung von wäßrigem Formaldehyd führt im schwach alkalischen Milieu bei Noradrenalin und Hydroxytryptamin zur Bildung unlöslicher, noch immer stark reduzierender Derivate. Aber nur bei Hydroxytryptamin erfolgtsofortige Niederschlagsbildung; bei Noradrenalin tritt sie nur langsam auf, wodurch es im allgemeinen zu einer Ausschwemmung noch vor der Fällung kommt. Adrenalin und Ascorbinsäure geben mit Formaldehyd keine histochemisch verwertbaren Niederschläge und scheiden aus dem Grunde als Substrate für die Massonsche Reaktion aus.
3.
Aus dieser verschieden raschen Fällungsgeschwindigkeit von Hydroxytryptamin und Noradrenalin durch Formaldehyd erklärt sich, daß die argentaffine Reaktion im Gewebenur bei Hydroxytryptamin positiv ausfällt und den Wirkstoff in den Zellkörnchen richtig lokalisiert, während Noradrenalin zufolge seiner verzögerten Ausfällung aus den Zellen austritt und so die Voraussetzung für die argentaffine Reaktion noradrenalinhaltiger Zellen in der Regel nicht mehr gegeben ist.
4.
Die Argentaffinität hydroxytryptaminhaltiger Zellen geht daher nicht unmittelbar auf dieses, sondern auf sein durch Wechselwirkung mit dem Formaldehyd entstandenes gelbfluorescierendes wasserunlösliches Reaktionsprodukt zurück.
5.
Die Modellversuche geben damit eine Erklärung, warum die argentaffine Reaktion und warum die Chromierbarkeit und Eigenfluorescenz der gelben bzw. der Carcinoidzellen nur nach vorausgegangener Formolfixierung möglich ist, ferner darüber, warum bei dieser Fixierung die 3 anderen Wirkstoffe trotz ihres starken Reduktionsvermögens histochemisch keine positive Argentaffinreaktion geben, sondern nur bei unmittelbarer Einwirkung von Silberlösungen auf das frische Gewebe reduzieren („primäre Silberreaktion“).
6.
Die Versuche machen es ferner verständlich, warum an phäochromen Zellen nur eine primäre Chromierung möglich ist und weshalb die Chrombräunung der gelben Zellen nur bei vorauslaufender oder gleichzeitiger Formaldehydeinwirkung gelingt.
Über das BronchuscarcinoidFeyrter, F.
doi: 10.1007/BF00968567pmid: 13648011
1.
Das Geschwulstgewebe der Bronchuscarcinoide ist vom argyrophilen Helle-Zellen-Organ des Bronchialepithels herzuleiten und weist so gut wie regelmäßig die Eigenschaften der Argyrophilie, fakultativ auch die Eigenschaften der Argentaffinität. Chromierbarkeit, Diazokuppelung und Eigenfluorescenz auf.
2.
Diese Eigenschaften sind der Ausdruck einer offenbar bedeutsamen stofflichen Besonderheit des Geschwulstgewebes. Die Annahme einer offenbar gleichfalls bedeutsamen funktioneilen Besonderheit des Geschwulstgewebes und seines Muttergewebes erscheint durch sie begründet.
3.
Die aufgeführten Eigenschaften bedeuten histochemisch nur Gruppenreaktionen, nicht den Nachweis eines definierten hormonalen Wirkstoffes.
4.
Weitere bemerkenswerte histochemische Eigenschaften der Bronchuscarcinoide sind der Lipoidgehalt des Geschwulstgewebes sowie die fettige Bestäubung und mucoproteidige Durchtränkung des Gerüstes mit Knochenspangenbildung. Mucoproteidige Sekretion von Seiten des Geschwulstgewebes ist nicht häufig, von besonderer Art und mengenmäßig gering.
5.
Die Aufdeckung eines begründet zu vermutenden hormonalen Wirkstoffes durch physiologische Chemie und Pharmakologie steht noch aus, ebenso die Aufdeckung wohlgekennzeichneter endokrin (parakrin) erklärbarer Krankheitszeichen bei den Trägern bronchialer Carcinoide.
Über das Cylindrom (mucipare Adenom) des BronchialbaumesFeyrter, F.
doi: 10.1007/BF00968568pmid: 13648012
1.
Die bronchialen Cylindrome (muciparen Adenome) zeigen einen dendritischen Aufbau und erscheinen im Schnittbild drüsig, drüsig-cystisch, cystischpapillär, herdweise auch drüsig-solide und selten solide. Die virtuelle Malignität des Cylindromes verrät sich für gewöhnlich schon durch eine gewisse carcinomähnliche Willkür des Erscheinungsbildes der epithelialen Formationen, die reale Malignität bekundet sich durch destruierendes Wachstum und Metastasierung, im Zellbild durch Kernpolymorphie und Mitosengehalt.
2.
Die Zellen des Cylindromes stehen im Dienste der Bereitung großer Mengen von Mucoproteiden, sauren und kryptaciden Mucopolysacchariden sowie von Glykogen in bunter histologischer und histochemischer Erscheinungsform.
3.
Das bronchiale Cylindrom hat sein zelliges Vorbild in den drüsigen, wohl auch in den flimmernden Elementen des Bronchialepithels sowie in den Drüsenzellen der bronchialen Schleimdrüsen, die bronchialen Carcinoide hingegen haben ihr zelliges Vorbild im bronchialen argyrophilen Helle-Zellen-Organ. Die unterschiedliche Histogenese der beiden Geschwulsttypen ist evident.