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LitStream Collection
doi: 10.1007/BF00955186pmid: 13226704
Unseren Untersuchungen liegen folgende Fragen zugrunde: 1. Gibt es morphologisch faßbare Zeichen dafür, daß eine chronischentzündete Gaumentonsille streut? 2. Gibt es beweisbare Anhaltspunkte dafür, daß derartige Streuherde bei chronischen Allgemeininfekten ursächlich mitwirken ? Zu diesem Zweck wurden von 300 Fällen die Gaumentonsillen mit peritonsillärem Gebiet sowie das perijuguläre Gewebe der seitlichen Halsregion in verschiedenen Höhen histologisch untersucht.
doi: 10.1007/BF00955187pmid: 13226705
Nach der Methode, mit der wir bisher normales (Milz-) Gewebe transplantiert haben, wurde jetzt Krebsgewebe verpflanzt. Spontane Mammacarcinome unseres erblich mit Brustdrüsenkrebs belasteten braunen Mäuse-Inzuchtstammes wurden intraperitoneal 1. auf Mäuse des Ursprungsinzuchtstammes und 2. auf weiße oder schwarze Mäuse transplantiert. 3. wurde ein sog. Impftumor, das Walker-Carcinom der Ratte, intraperitoneal auf nicht verwandte weiße Ratten verpflanzt. Die erstmalig verpflanzten Spontantumoren verhielten sich, wie es nach den genetischen Regeln zu erwarten war: Die Transplantate wuchsen bei Mäusen des Ursprungsinzuchtstammes an und proliferierten weiter; auf fremden, schwarzen oder weißen Mäusen bildeten sie sich wieder zurück. Dagegen vermag sich der Impftumor entgegen den erblichen Regeln als Homotransplantat auf nichtverwandten Ratten zu halten. Die Gewebsvorgänge in den 3 Versuchsreihen wurden mit besonderer Rücksicht auf die Frage untersucht, durch welche Mittel sich der Impftumor der genetischen Kontrolle zu entziehen vermag. Offenbar dient ihm dabei die gewaltige Hyperämie, die überall dort entsteht, wo eine größere Zahl von Tumorzellen mit dem normalen Transplantationsbett in Kontakt kommt; wir nehmen an, daß dabei der Säuremantel vermittelnd wirkt, mit dem sich jede maligne Geschwulst umgibt. Die Hyperämie ist genau der gegensinnige Vorgang zu dem, mit dem normale Homotransplantate zum Schwund gebracht werden. Der Impftumor löst also auf extra-chromosomalem Wege die gewebsphysiologischen Vorgänge aus, die bei Autotransplantaten die Gewebsverträglichkeitsgene und ihr Erfolgsorgan, das Transplantat, als Wirkungskette miteinander verknüpfen. — Die Gewebsvorgänge bei der Verpflanzung des Impftumors, eines künstlichen Erzeugnisses der experimentellen Krebsforschung, werden als Modell für „autonom“ oder „unabhängig“ gewordenes malignes Geschwulstgewebe angesehen.
doi: 10.1007/BF00955188pmid: 13226706
Bei der Vielgestaltigkeit des klinischen und morphologischen Erscheinungsbildes der Cytomegalie und der Schwierigkeit einer differentialdiagnostischen Abgrenzung gegenüber Toxoplasmose, Erythroblastose, Lues und anderen fetalen und kindlichen Infektionskrankheiten wurde an Hand einer systematischen Untersuchung von 250 Kindersektionen (Frühgeburten Mens VI/IX sowie Säuglinge und Kleinkinder bis zu 2 Lebensjahren) der Frage nachgegangen, welche diagnostische und pathogenetische Bedeutung die Häufigkeit der Syntropie von Cytomegalie und anderweitigen Organveränderungen besitzt. Die Untersuchung brachte folgendes Ergebnis: 1. Von 250 kindlichen Sektionsfällen wiesen 33 (= 10%) eine Cytomegalie auf mit Lokalisation in der Parotis (30mal), Glandula submandibularis (15mal), Glandula sublingualis (2mal), dem Pankreas (2mal), der Lunge (3mal), Leber (1mal), Niere (9mal) und Schilddrüse (2mal). In den übrigen untersuchten Organen konnten keine cytomegalen Zellveränderungen gefunden werden. 2. Der Untersuchung der bei der üblichen Sektionstechnik meist nicht herauspräparierten Parotis kommt infolge des häufigen Vorkommens der Cytomegalie an dieser Stelle (100% im eigenen Untersuchungsgut) eine große Bedeutung für die Diagnostik der Cytomegalie zu. 3. Aus der Häufigkeit der Syntropie von plasmacellulärer interstitieller Pneumonie (mit Pneumocystis Carinii) und Cytomegalie (in 80% der 33 eigenen Cytomegaliefälle, dagegen nur in 5% der 217 Kontrollfälle ohne Cytomegalie) ergibt sich ein wichtiges pathognomonisches Hinweiszeichen für das Vorliegen einer Cytomegalie bei bestehender interstitieller Pneumonie, ohne daß die Beziehungen der Pathogenese beider Krankheiten vorerst zu klären sind. 4. Desgleichen kann das morphologische Bild der Erythroblastose (persistierende Blutzellherde, Hyperplasie von Leber und Milz, Ikterus) nach Ausschluß einer Rh- und ABO-Unverträglichkeit ein wertvolles pathognomonisches Hinweiszeichen für eine bestehende Cytomegalie sein (in 17 von 33 eigenen Cytomegaliefällen). 5. Bei generalisierter Cytomegalie findet sich zuweilen eine nekrotisierende und verkalkende Encephalitis mit Hydrocephalus und Porencephalie (mitunter auch mit Einschlußkörperbildung), die differential-diagnostisch von der Toxoplasmose durch die negativen serologischen Reaktionen und den fehlenden Erregernachweis abgegrenzt werden kann. 6. Den übrigen Organveränderungen (interstitielle Entzündung der parenchymatösen Organe u. a.) kommt nur ein sehr begrenzter pathognomonischer Wert zu, zum Teil handelt es sich um eine zufällige Syntropie ohne jede diagnostische Bedeutung. 7. Die typischen cytomegalen Zellveränderungen sind auf Grund ihrer besonderen morphologischen Struktur krankheitsspezifisch, während ihre Virusspezifität beim Menschen noch nicht sicher bewiesen ist.
Kief, H.; Knothe, W.; Schürmeyer, E.
doi: 10.1007/BF00955189pmid: 13226707
Hohe Dosen Cortison führen bei der nebennierenlosen Ratte zu einer Milzatrophie, die feingeweblich durch einen Lymphocytenschwund und durch regressive Veränderungen an dem reticulären Milzgewebe charakterisiert ist. Als Zeichen eines verstärkten Blutabbaues bei dieser Cortisonmedikation enthalten die Sinusendothelien der Milz sehr reichlich Hämosiderin. Hochdosierte DOCA-Zufuhr bringt dagegen bei doppelseitig adrenalektomierten Ratten eine Proliferation des retuculären Gewebes der Milz zustande. Die Lymphocyten verschwinden bei dieser Behandlung ebenfalls weitgehend.
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