journal article
LitStream Collection
Pathologisch-anatomische Studien an der operativ entfernten Lunge
Schmidtmann, M.; Sauer, R.; Liebaldt, G.; Dick, H.
2004 Virchows Archiv
doi: 10.1007/BF00957501pmid: N/A
Abschließend können wir sagen: Nach den bisherigen histologischen Untersuchungen der durch Operation gewonnenen tuberkulösen Lungenteile ist der Ablauf des Heilungsprozesses bei der Behandlung mit den modernen Heilmitteln TB I, PAS, Streptomycin usw. prinzipiell ein gleichartiger. Er wird eingeleitet durch eine Schädigung der typischen tuberkulösen Exsudatzellen, der Epitheloidzellen und der Riesenzellen. Die Schädigung dieser Zellen löst eine Wucherung feiner Bindegewebsfasern und Capillaren aus. Diese Wucherungen führen zur Ausbildung eines Narbengewebes. Bei miliaren Krankheitsherden kommt es schon nach relativ kurzer Zeit zur völligen Ausheilung des einzelnen Herdes; bei größeren Herden kann man ein allmähliches Vorschieben eines Narbengewebes beobachten. Aber auch bei den größeren Herden ist charakteristisch der frühzeitige Untergang der Epitheloidzellen, so daß wir nach einer gewissen Behandlungszeit am Rande von Cavernen z. B. ein Granulationsgewebe finden, welches gefäßreich ist und die für Tuberkulose typischen Zellen vermissen läßt. Auf diese Weise kann unter Umständen die histologische Diagnostik erschwert werden.