journal article
LitStream Collection
Zur biologie und ökologie des grottenolms (Proteus anguinus Laur. 1768)
2004 Zoomorphology
doi: 10.1007/BF00407657pmid: N/A
1. Der Grottenolm, Proteus anguinus Laur., pflanzt sich anscheinend allein im Inneren eines unzugänglichen Kluftsohlenwassersystems fort. Es zeigt sich, daß er nicht auf die dort herrschenden extremen, kon stanten Lebensbedingungen angewiesen ist. Weder mäßige Belichtung, noch beträchtliche Temperaturschwankungen beeinträchtigen ihn wesentlich, wie Beobachtungen im Ökotop and im Laboratorium zeigen. 2. Die natürliche Nahrung (wenige Crustaceen-Arten) ist im Ökotop quantitativ reichlich vorhanden, stellt aber qualitativ eine Mangeldiät dar. 3. Während im Bereich des natürlichen Vorkommens nur in seltenen Ausnahmen geschlechtsreife Tiere gefangen werden, läßt sich die Gonadenreifung Bowie das Balzverhalten mit Revierbildung im Laboratorium regelmäßig beobachten. Die Möglichkeit der Synchronisation der Geschlechtsreife durch Außeneinflüsse wird diskutiert. 4. Eiablage and Embryonalentwicklung bis zum Schlüpfen der Jungen wurden verfolgt. Aus dem Wachstumsverlauf (5 Jahre Beobachtung) wird eine Längenzeit-Kurve gewonnen. 5. Die Längenverteilung von 243 im Höhlengebiet von Postojna beobachteter Olme läßt erkennen, daß sowohl die jüngsten wie die ältesten Teile der Population dort nicht angetroffen werden. 6. Strömungssinn und Geruch sind die wichtigsten Sinne mit denen sich der Olm im Ökotop orientiert, Nahrung erwirbt und zur Fortpflanzung schreitet. Ein besonders entwickeltes kinästhetisches Gedächtnis ist ebenfalls vorhanden. 7. In besonderen Dressurversuchen wird die Reaktion auf einen arteigenen Duftstoff und auf versehiedene synthetische Stoffe geprüft. Die Schwellen für ß-Phenyläthylalkohol. Menthol und Citral liegen bei 1012 bis 1013 Moleküle pro Milliliter Wasser, somit um $$1{\raise0.5ex\hbox{$\scriptstyle 1$}\kern-0.1em/\kern-0.15em\lower0.25ex\hbox{$\scriptstyle 2$}}$$ Zehnerpotenzen besser als bei der Elritze. 8. In einem Versuch, den Lebensraum des Olms in allgemein-ökologische Kategorien einzuordnen, wird die Gliederung der Höhlenbiotope in eine äußere (oberflächennahe) und eine innere Grenzzone sowie in einen Tiefenbiotop vorgeschlagen. Der Hauptökotop des Olms liegt im Tiefenbiotop; er kann sich im inneren Grenzbiotop behaupten.