Beobachtungen zur fortpflanzung von Gerris najas DE Geer (Heteroptera)Sattler, Werner
doi: 10.1007/BF00389871pmid: N/A
1.
Die Geschlechter von Gerris najas bleiben z. T. big zu 14 Wochen ununterbrochen gepaart. Die nur 1–4 min währende Begattung wird durch 2 verschiedene Arten von Stimulationsbewegungen des ♂ ein geleitet, die beschrieben sind. Während der Begattung wird vom ♂ eine andere Haltung eingenommen als bei der Paarung.
2.
Zur Eiablage begibt sich das ♀ mit dem ♂ auf dem Rücken bis zu 1/2 Std unter Wasser. Beide Tiere rind dabei von einer Lufthülle umgeben. Die Eier werden nicht reihenförmig angeordnet, sondern auf eine meist ovale Fläche verteilt. Die Rückkehr des Paares zur Wasseroberfläche erfolgt kriechend oder schwimmend, wobei das ♂ keine Schwimmbewegungen macht.
3.
Die langen Extremitäten der schlüpfreifen Embryonen sind nach stets dem gleichen Prinzip, und zwar asymmetrisch angeordnet. Jedoch sind 2 spiegelbildlich verschiedene Gruppen zu unterscheiden: Rechtsformen und Linksformen. Es handelt sich dabei offenbar um eine “echte Asymmetrie”, da keinerlei Übergänge festzustellen sind. Das Verhältnis von Rechts- und Linksformen ist als „amphidrom” zu bezeichnen (77,5% Rechts-, 22,5% Linksformen). Die Rechtsform stellt die „reguläre”, die Linksform die „inverse” Form dar.
4.
Vor dem Auskriechen wird das Chorion mittels nickender Kopfbewegungen des Embryos, die den Eizahn an der Innenseite des Chorions messerartig entlangführen, aufgeschnitten. Die Eihülle ist in einer Weise optisch doppelbrechend, die auf eine Längsstrukturierung derselben schließen läßt, welche offenbar das weitere Aufreißen des vom Embryo erzeugten Schnittes in der Längsrichtung des Eies bedingt.
Das weibliche postabdomen der calyptraten fliegen (Diptera) und sein merkmalswert für die systematik der gruppeHerting, Benno
doi: 10.1007/BF00389872pmid: N/A
1.
Bei den höheren Dipteren (angefangen mit den Asiloidea) ist das 9. Abdominaltergit nicht mehr nachweisbar und wahrscheinlich mit dem 10. Tergit verschmolzen. Ferner sind die Cerci hier nur eingliedrig (bei den Tabanoidea dagegen zweigliedrig).
2.
Die Differenzierung von Prä- und Postabdomen fehlt bei Glossina, ist also nicht fur alle höheren Dipteren chirakteristisch.
3.
Die Ausbildung des 8. Sternits ist bei den einzelnen Familien der Calyptratae in ziemlich typischer Weise verschieden. Freie Valvulae sind nur bei den Cordyluridae entwickelt. Bei den Muscidae ist das 8. Sternit fast immer durch einen membranösen Medianstreifen in zwei Hälften geteilt, bei den Calliphoridae und Tachinidae dagegen ist es fast stets als einheitliches Sklerit ausgebildet.
4.
Die postabdominalen Stigmenpaare befinden sich bei den Calyptratae zumeist beide im Bereich des 6. Segments. Nur bei einigen Tachinidae und Miltogrammatini (vorwiegend kleineren Formen mit kurzem Postabdomen) hat das letzte Stigmenpaar seine natürliche Lage auf dem 7. Segment beibehalten. Bei einem Teil der Muscidae (in dieser Arbeit als Subfamilie Muscinae s. lat. zusammengefaßt) fehlen die postabdominalen Stigmen überhaupt.
5.
Larvipare Formen (ausgenommen wirtsbelegende Tachinidae) zeigen eine mehr oder weniger starke Verkürzung des Postabdomens und Reduktion seiner Sklerite. Dies gilt vor allem für solche Arten, die sehr große Larven gebären. Bei den hierhergehörigen Muscidan (Hylemyia strigosa, Dasyphora saltuum) sind die Segmente 6 und 7 beide gleichermaßen reduziert, bei den entsprechenden Calliphoriden (Onesia, Helico-bosca usw.) ist dagegen das 6. Segment voll erhalten geblieben.
6.
Ein Legestachel ist in verschiedenen parasitischen Gruppen herausgebildet worden, und zwar jeweils aus verschiedenartigen (nichthomologen) Teilen: bei der Compsilura-Gruppe aus dem 7. Sternit, bei den Phasiinae aus dem 8. Sternit, bei der Blaesoxipha-Gruppe aus dem verschmolzenen. 7. und 8. Sternit, bei den Ocypterinae aus dem 10.Sternit.
Die wanzen und zikaden des spitzberges bei Tübingen, eine Faunistisch-Ökologische untersuchungSchwoerbel, Wolfgang
doi: 10.1007/BF00389873pmid: N/A
Die vorliegende Arbeit berichtet über eine faunistisch-ökologische Untersuchung der Wanzen- und Zikadenfauna des in der Nähe Tübingens gelegenen Spitzberges und verläuft in folgenden Schritten:
1.
Das Untersuchungsgebiet wind vorgestellt; seine geographischen, geologischen, klimatischen and pflanzensoziologischen Gegebenheiten werden kurz skizziert. Es handelt sich um ein kleines, in relativ warmer Gegend liegendes Gebiet, dessen bedeutendster Teil ein zum Neckar hin abfallender Trockenhang ist.
2.
Die einzelnen Fauggebiete werden nach Lage, Pflanzenbewuchs und Mikroklima beschrieben, die jeweils dort festgestellten Wanzen- und Zikadenarten angeführt und deren Aspektfolge zusammen mit den Anteilen der übrigen Insektengruppen untersucht.
3.
Die Wiesenflächen des Gebietes werden besonders intensiv untersucht. Auf Grunt einer genauen ökologischen Betrachtung der einzelnen Wanzen- and Zikadenarten, vor allem innerhalb der Stenotopen, lassen sich die Probeflächen in zwei Hauptgruppen teilen, von denen die eine dem von MARC-HAND biozönotisch untersuchten Wiesentyp der Knappschen pflanzensoziologischen Ordnung Molinio-Arrhenatheretalia entspricht, während die andere sich nicht in die von Marchand beschriebenen Wiesentypen einreiht.
4.
Vielmehr repräsentiert these Gruppe zoozönotisch and pflanzensoziologisch eine eigene Form and entspricht der Knappschen Ordnung Brometalia erecti. Hierhin gehören die Rasen in den Fanggebieten A, B, C, D und E, die als verschiedene Ausbildungsformen dieses Biotopbzw. Biozönosetyps aufgefaßt werden, der als “Spitzberger Trockenrasen” bezeichnet and durch Angabe seines charakteristischen Artenspektrums, sowie die Darstellung der Aspektfolge bei Wanzen, Zikaden und den übrigen Insektengruppen ausführlich beschrieben wird.
5.
Die einzelnen Biotope der auf dem Spitzberg untersuchten Gebiete werden abgegrenzt, and es wird versucht, die entsprechenden Biozönosen weitgehend faunistisch zu beschrieben. Es ergibt sich, daß der Trockenhang eine einzige Biozönose darstellt, die nicht weiter unterteilt werden kann, während die Probeflächen in B, C, D, E and G Trockenrasen der oben beschriebenen Art sind and eigene Biozönosen darstellen; die Wiesen in H, K, M and N werden von Arrhenathereta gebildet and zeigen auch faunistisch Übereinstimmung mit diesem von Marchand untersuchten Wiesentyp. Die Laubwaldbiotope sind im wesentlichen durch die Assoziationen Querceto-Carpinetum and Querceto-Betuletum vertreten; hinzukommen das Calluneto-Genistetum and einige andere Gesellschaften, die meter fragmentarisch vorliegen. Es wird vermutet, daß die pflanzensoziologischen Einheiten, auf die die Zoozönosen von Laubwaldbiotopen bezogen werden können - zum Unterschied zu den Verhältnissen bei den verschiedenen Wiesenformen—, wahrscheinlich noch jenseits der pflanzensoziologischen, Ordnung, also im Bereich mehrerer Ordnungen, Ordnungsgruppen, liegt (vgl. hierzu das. System von Knapp 1948). Trotzdem wird in vorliegender Arbeit der Versuch unternommen, die Biozönosen der verschiedenen Waldassoziationen des Spitzberges so weit wie möglich faunistisch zu kennzeichnen and gegeneinander abzugrenzen.
6.
Ein Schema wird entworfen, das die Generationsfolge bei Wanzen and Zikaden übersichtlich zusammenfaßt. Es folgt eine kurze Betrachtung über die jährlichen Verschiebungen im ersten Auftreten einiger Arten.
7.
Die zoogeographische Auswertung der Wanzen- and Zikadenfunde auf dem Spitzberg führt zu dem Ergehnis, daß diesel Gebiet als stark südlich beeinflußtes Areal aufgefaßt werden muß, das einige süd-östliche Arten all Relikte enthält and vielleicht auch all Schnittpunkt östlicher and westlicher Faunenelemente gelten kann.